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IM HQ Organisation MEP IHK-Auswahl 

Wichtiger Hinweis:

  • Die Lösungsvorschläge dienen ausschließlich als Orientierung und Lernhilfe.

  • Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität.

  • Nutzerinnen und Nutzer müssen alle Angaben, Wege und Ergebnisse selbst prüfen.

  • In mündlichen Ergänzungsprüfungen können Prüferinnen und Prüfer abweichende Lösungswege oder Schwerpunkte erwarten.

  • Keine Haftung für Fehler, Unstimmigkeiten oder daraus entstehende Nachteile.

MEP Organisation – kurz erklärt:

Die mündliche Ergänzungsprüfung in Organisation läuft im Grunde immer ähnlich ab – egal ob ihr Industriemeister Metall, Elektrotechnik, Mechatronik, Kunststoff oder eine andere Fachrichtung macht.

Deshalb findet ihr hier gesammelt Berichte aus der MEP Organisation aus verschiedenen Fachrichtungen. Die Fragen können sich natürlich je nach IHK etwas unterscheiden, aber die Grundthemen bleiben meistens sehr ähnlich.

 

Hinweis: Obwohl der Prüfungsteil „Organisation“ heißt, stellen manche IHKs zusätzlich Fragen aus den Bereichen Technik oder Personal und Führung.
Der Grund dafür ist, dass diese Themen laut Rahmenlehrplan Bestandteil der Orga-Prüfung sind und deshalb ebenfalls abgefragt werden können. Daher nicht wundern. 

Wenn ihr eure eigenen Erfahrungen teilen möchtet, schreibt mir einfach über den Reiter „Kontakt“. Eure Berichte nehme ich gerne auf und ergänze sie wie gewohnt durch passende Lösungsvorschläge.

 

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Vorbereitung auf die MEP!

-B.L.H.🍀🍀🤙

Wie viele Punkte brauche ich in der MEP?

Die Berechnung ist recht simpel. Schaut nach, wie viele Punkte euch in der schriftlichen Prüfung bis zu 50 % fehlen. Dieser Wert wird mit 2 multipliziert und anschließend werden 50 % addiert.

 

Beispiel 1:
Schriftlich: 44 Punkte
50 − 44 = 6 Punkte
6 × 2 + 50 = 62 Punkte
→ Man muss also in der mündlichen Ergänzungsprüfung mindestens 62 Punkte erreichen.

 

Beispiel 2:
Schriftlich: 30 Punkte
50 − 30 = 20 Punkte
20 × 2 + 50 = 90 Punkte
→ Man muss also in der mündlichen Ergänzungsprüfung mindestens 90 Punkte erreichen.

IHK Bayreuth MEP HQ Metall Orga

IHK Oberfranken / Bayreuth / 07.2023

MEP Orga für Industriemeister Metall

-es ging los mit Projekt, welche Merkmale hat es
-Organisationsformen nennen
-Lasten und Pflichtenheft
-Aufagaben vom Meister wenn eine neue Maschine geliefert wird
-ABC / XYZ Analyse
-Lagerhaltungskosten senken
-Kommunikationsmöglichkeiten im Unternehmen

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Welche Merkmale kennzeichnen ein Projekt im Unternehmen?

-Welche Organisationsformen gibt es und welche Merkmale haben sie?

-Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?

-Welche Aufgaben hat ein Meister, wenn eine neue Maschine geliefert wird?

-Erklären Sie ABC- und XYZ-Analyse und deren Bedeutung im Lager.

-Wie kann ein Unternehmen Lagerhaltungskosten senken?

-Welche Kommunikationsformen gibt es im Unternehmen und wofür werden sie genutzt?

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Merkmale kennzeichnen ein Projekt im Unternehmen?

Antwort:

Ein Projekt ist ein zeitlich befristetes Vorhaben mit einem klar definierten Ziel.
Typische Merkmale sind:

  • einmaliger Ablauf, keine Routine

  • begrenzte Ressourcen (Zeit, Budget, Personal)

  • Projektorganisation mit Verantwortlichkeiten

  • planbare Phasen (Start, Planung, Durchführung, Abschluss)

  • besondere Risiken und komplexe Aufgabenstellungen

Ein Projekt unterscheidet sich klar vom Linienbetrieb, weil es zielorientiert, befristet und strukturiert ist.

Welche Organisationsformen gibt es und welche Merkmale haben sie?

Antwort:

Gängige Organisationsformen sind:

  • Linienorganisation: klare Weisungswege, eindeutige Zuständigkeiten

  • Stab-Linien-Organisation: Fachleute beraten die Linie, aber ohne Weisungsbefugnis

  • Matrixorganisation: Mitarbeiter haben zwei Vorgesetzte (z. B. Projekt + Fachabteilung)

  • Spartenorganisation: Gliederung nach Produkten, Kunden oder Regionen

 

Unternehmen wählen je nach Größe und Komplexität unterschiedliche Formen.

Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?

Antwort:

Das Lastenheft beschreibt, was der Auftraggeber benötigt:
Anforderungen, Ziele, Funktionen, Rahmenbedingungen.

Das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer diese Anforderungen technisch umsetzt:
Lösungen, Konstruktionen, technische Ausführungen, Vorgehensweise.

 

Kurz:
Lastenheft = WAS wird gebraucht?
Pflichtenheft = WIE wird es umgesetzt?

Welche Aufgaben hat ein Meister, wenn eine neue Maschine geliefert wird?

Antwort:

Ein Meister muss:

  • Lieferung prüfen (Vollständigkeit, Transportschäden)

  • CE-Kennzeichnung und Dokumentation kontrollieren

  • Aufstellort vorbereiten (Fundament, Strom, Druckluft, Sicherheit)

  • Inbetriebnahme planen

  • Mitarbeiter unterweisen und schulen

  • Sicherheitsfunktionen und Not-Aus testen

  • Abnahmeprotokoll erstellen

  • Arbeitsanweisungen und Wartungspläne aktualisieren

 

Ziel: sichere und effiziente Integration der Maschine in den Produktionsprozess.

Erklären Sie ABC- und XYZ-Analyse und deren Bedeutung im Lager.

Antwort:

Die ABC-Analyse teilt Artikel nach Wertanteil ein:

  • A: hoher Wertanteil, geringe Menge

  • B: mittlerer Wertanteil

  • C: niedriger Wertanteil, große Menge

 

Die XYZ-Analyse teilt Artikel nach Verbrauchsregelmäßigkeit ein:

  • X: sehr gleichmäßiger Verbrauch

  • Y: schwankender Verbrauch

  • Z: unregelmäßiger Verbrauch

 

Zusammen ermöglichen ABC/XYZ eine optimale Bestandsplanung und Beschaffungsstrategie.

Wie kann ein Unternehmen Lagerhaltungskosten senken?

Antwort:

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Bestände reduzieren (ABC/XYZ-Analyse nutzen)

  • Just-in-time-Lieferungen

  • bessere Bedarfsvorhersagen

  • Losgrößen optimieren

  • Lagerwege und Flächen verbessern

  • Artikel standardisieren

  • veraltete oder langsamlaufende Artikel auslagern

 

Ziel: geringere Kapitalbindung, weniger Platzbedarf, höhere Umschlagshäufigkeit.

Welche Kommunikationsformen gibt es im Unternehmen und wofür werden sie genutzt?

Antwort:

  • Mündlich: Meetings, Gespräche, Schichtübergaben – schnell & direkt

  • Schriftlich: E-Mail, Protokolle, Dokumentationen – verbindlich & nachvollziehbar

  • Digital: Chats, ERP-Systeme, Tickets – schnelle Informationsweitergabe

  • Aushänge/Schwarzes Brett: allgemeine Informationen

  • Formalisierte Kommunikation: Arbeitsanweisungen, Verfahrensanweisungen

 

Gute Kommunikation verbessert Qualität, Sicherheit und Zusammenarbeit.

IHK Bayreuth (Oberfranken) 02.2024

MEP Orga für Industriemeister Elektro
Überwiegend Kostenwesen
- Erkklärung Vollkosten- Teilkostenrechnung (bis ins kleinste Detail)
- Erklärung Gemeinkosten (Was ist das? Echte/Unechte)
- Erklärung BAB (Wie gehe ich Schritt für Schritt vor?
- zu BAB: Umlageschlüssel: Woher krieg ich diesen? Wie kann ich diesen ermitteln?
- Fachbegriffe der Vollkosten- /Teilkostenrechnung
- Drehstromtrafos. Aufbau? Bedeutung Schaltgruppen? Parallelschaltung, Kurzschlussspannung
- Arbeitsschutz: Was macht BG / Gewerbeaufsicht (GA)? Unterschied zwischen BG und GA

Kostenwesen kam alles vom gleichen Prüfer; war der Meinung der war von Anfang an schon darauf aus einen durchfallen zu lassen. (habe mich wirklich intensiv vorbereitet und bisher jede Prüfung auf Anhieb (ohne MEP) gepackt - bis auf Orga.
Wenn schon so Sätze vom Prüfer fallen wie "Ist doch nicht mein Problem." oder "das interessiert mich doch nicht" weiß man schon wie man dran ist.
Die anderen beiden Prüfer waren mehr als human; leider gibt's halt auch nicht wohlwollende Prüfer. Schade, im November dann nochmal.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Erklären Sie den Unterschied zwischen Vollkosten- und Teilkostenrechnung.

- Was sind Gemeinkosten und wie unterscheiden sich echte und unechte Gemeinkosten?

- Erklären Sie den Aufbau eines Betriebsabrechnungsbogens und das Vorgehen Schritt für Schritt.

- Wie bestimmt man geeignete Umlageschlüssel im BAB?

- Wie ist ein Drehstromtransformator aufgebaut und welche Bedeutung haben Schaltgruppen? (IM Elektromeister)

- Was ist bei der Parallelschaltung von Transformatoren zu beachten? (IM Elektromeister)

- Was ist der Unterschied zwischen Berufsgenossenschaft (BG) und Gewerbeaufsicht (GA)?

Lösungsvorschlag von BLH:

Erklären Sie den Unterschied zwischen Vollkosten- und Teilkostenrechnung.

Antwort:

Die Vollkostenrechnung verteilt sämtliche Kosten eines Unternehmens (Einzel- und Gemeinkosten) auf die Kostenträger.
Sie zeigt die vollständigen Stückkosten, ist aber stark von den Umlageschlüsseln abhängig und eignet sich weniger für kurzfristige Entscheidungen.

 

Die Teilkostenrechnung berücksichtigt nur die variablen Kosten und weist die Fixkosten separat aus.
Sie eignet sich besonders für Deckungsbeitragsrechnungen, Preissetzung, Maschinenbelegung und kurzfristige

 

Entscheidungen.

Kurz:

  • Vollkosten → alle Kosten pro Stück

  • Teilkosten → nur variable Kosten pro Stück, Fixkosten bleiben gesondert

Was sind Gemeinkosten und wie unterscheiden sich echte und unechte Gemeinkosten?

Antwort:

Gemeinkosten sind Kosten, die nicht direkt einem Kostenträger zugeordnet werden können, z. B. Strom, Miete, Gehälter der Instandhaltung.

 

Echte Gemeinkosten:
Können grundsätzlich nie einem Einzelprodukt zugerechnet werden (z. B. Werkstattleitung, Gebäudeabschreibung).

 

Unechte Gemeinkosten:
Könnten theoretisch direkt zugeordnet werden, der Aufwand ist jedoch zu groß (z. B. Schrauben, Kleinteile).
Sie werden aus Vereinfachungsgründen als Gemeinkosten behandelt.

Erklären Sie den Aufbau eines Betriebsabrechnungsbogens und das Vorgehen Schritt für Schritt.

Antwort:

Ein BAB verteilt die Gemeinkosten auf Kostenstellen und ermittelt Zuschlagssätze.

Vorgehen:

  1. Gemeinkostenarten aus der Kostenartenrechnung übernehmen.

  2. Gemeinkosten auf Haupt- und Nebenkostenstellen verteilen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb).

  3. Innerbetriebliche Leistungsverrechnung durchführen
    → z. B. Reparaturkosten der Werkstatt auf Fertigung umlegen.

  4. Kostenstellengesamtkosten ermitteln.

  5. Zuschlagssätze berechnen:

    • Material-GK / Materialeinzelkosten

    • Fertigungs-GK / Fertigungslöhne

    • Verwaltungs-/Vertriebs-GK / Herstellkosten

Ergebnis: Zuschlagssätze zur Kalkulation der Selbstkosten

Wie bestimmt man geeignete Umlageschlüssel im BAB?

Antwort:

Umlageschlüssel sollen die Kostenverursachung realistisch abbilden.

 

Typische Schlüssel:

  • Strom → Maschinenstunden

  • Raumkosten → Quadratmeter

  • Hilfslöhne → Fertigungslöhne

  • Abschreibungen Maschinen → Maschinenzeit

  • Heizung → Kubikmeter

 

Man ermittelt den Schlüssel aus:

  • technischen Daten (Maschinenlaufzeit, Fläche)

  • Leistungskennzahlen

  • Erfahrungswerten oder Messungen

  • Angaben aus Produktionsplanung oder Technik

 

Grundsatz:
Der Schlüssel muss zur Art der Gemeinkosten passen.

Wie ist ein Drehstromtransformator aufgebaut und welche Bedeutung haben Schaltgruppen?

Antwort:

Ein Drehstromtrafo besteht aus:

  • gemeinsamem Eisenkern

  • drei Primär- und drei Sekundärwicklungen

  • Wicklungen können in Stern (Y) oder Dreieck (D) geschaltet werden.

 

Die Schaltgruppe (z. B. Dyn5) gibt an:

  • wie Primär- und Sekundärseite geschaltet sind

  • wie groß die Phasenverschiebung zwischen Ein- und Ausgang ist

  • z. B. 5 → 150° Verschiebung (Uhrzeigerzahl: 5 × 30°)

 

Wichtig für Netzparallelbetrieb und Kompatibilität von Anlagen.

Was ist bei der Parallelschaltung von Transformatoren zu beachten?

Antwort:

Für parallelen Betrieb müssen Trafo:

  • gleiche Spannungsübersetzung haben

  • gleiche Kurzschlussspannung uₖ besitzen

  • annähernd gleichen Leistungsfaktor

  • gleiche Schaltgruppe

 

Die Kurzschlussspannung bestimmt die Stromverteilung zwischen den Trafos.
Unterschiedliche uₖ-Werte führen zu Überlast eines Trafos.

Was ist der Unterschied zwischen Berufsgenossenschaft (BG) und Gewerbeaufsicht (GA)?

Antwort:

Berufsgenossenschaft (BG):

  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung

  • prüft Unfallmeldungen

  • erlässt Unfallverhütungsvorschriften

  • unterstützt mit Prävention, Schulungen und DGUV-Regeln

 

Gewerbeaufsicht (GA):

  • staatliche Behörde

  • kontrolliert die Einhaltung von Gesetzen
    (ArbSchG, ProdSG, BetrSichV)

  • führt Betriebsbegehungen durch

  • kann Anordnungen und Bußgelder verhängen

 

Kurz:
BG = Versicherung + Prävention
GA = staatliche Kontrolle + Überwachung

IHK Bayreuth 17.07.25

Inbetriebnahme einer Maschine
Fertigungsarten/ Prinzipen
Plannkosten Erklärung / zeichnen
Verbrauchsabweichung
Stochastischer deterministischer Materialbedarf
Nettobedarf
C Güter
Druckluftreinigung Arten
Qualitätskosten

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Welche Schritte umfasst die Inbetriebnahme einer neuen Maschine?

- Welche Fertigungsarten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

- Was sind Plankosten und wie werden sie dargestellt?

- Was ist die Verbrauchsabweichung und wie entsteht sie?

- Was ist der Unterschied zwischen stochastischem und deterministischem Materialbedarf?

- Wie wird der Nettobedarf ermittelt?

- Was sind C-Güter und wie werden sie gesteuert?

- Welche Arten der Druckluftreinigung gibt es?

- Welche Arten von Qualitätskosten gibt es?

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Schritte umfasst die Inbetriebnahme einer neuen Maschine?

Antwort:

Bei der Inbetriebnahme kontrolliert der Meister:

  • Dokumentation & CE-Kennzeichnung

  • Aufstellbedingungen: Fundament, Temperatur, Schwingungen

  • Medienversorgung: Strom, Druckluft, Kühlmittel, Absaugung

  • Sicherheitsfunktionen: Not-Aus, Schutzverkleidungen, Verriegelungen

  • Probelauf & Funktionsprüfung

  • Unterweisung der Mitarbeiter nach BetrSichV

  • Erstellung von Abnahmeprotokoll und Wartungsplan

 

Ziel ist ein sicherer, rechtskonformer und produktiver Start der Maschine.

Welche Fertigungsarten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Antwort:

  • Werkstattfertigung: gleiche Maschinen gruppiert, flexibel, aber lange Wege.

  • Fließfertigung: fester Ablauf, hohe Stückzahlen, geringe Durchlaufzeiten.

  • Gruppenfertigung / Inseln: kombiniert Flexibilität & Effizienz.

  • Baustellenfertigung: Fertigung direkt am Einsatzort.

 

Fertigungsprinzipien orientieren sich an Reihenfolge, Wegen und Spezialisierung des Materialflusses.

Was sind Plankosten und wie werden sie dargestellt?

Antwort:

Plankosten sind vorab festgelegte Sollkosten für eine bestimmte Ausbringung. Sie bestehen aus:

  • fixen Plankosten

  • variablen Plankosten

 

In der Regel werden sie in einer Plankostenlinie dargestellt:
x-Achse = Beschäftigung,
y-Achse = geplante Gesamtkosten.

Sie dienen zum Vergleich mit Istkosten, um Abweichungen zu analysieren.

Was ist die Verbrauchsabweichung und wie entsteht sie?

Antwort:

Die Verbrauchsabweichung zeigt, ob mehr oder weniger Material verbraucht wurde als geplant.

 

Formel:

Verbrauchsabweichung=(Istverbrauch−Sollverbrauch) × Preis

 

Ursachen:

  • Ausschuss

  • falsche Einstellungen

  • Materialfehler

  • Minderqualität

  • fehlende Schulung

 

Sie zeigt die Effizienz des Materialeinsatzes.

Was ist der Unterschied zwischen stochastischem und deterministischem Materialbedarf?

Antwort:

  • Deterministischer Bedarf:
    Exakt berechenbar, da er aus Stücklisten, Aufträgen und Plänen abgeleitet wird.
    Beispiel: Bau einer Pumpe → genaue Anzahl Schrauben bekannt.

  • Stochastischer Bedarf:
    Unregelmäßig, wird anhand von Verbrauchsstatistiken geschätzt.
    Beispiel: Ersatzteile, Kleinmaterial, Verbrauchsmaterial.

Unternehmen nutzen meist beides, abhängig vom Materialtyp.

Wie wird der Nettobedarf ermittelt?

Antwort:

Nettobedarf=Bruttobedarf − verfügbare Bestände − offene Bestellungen

 

Er berücksichtigt also Lagerbestand, Mindestbestand, Sicherheitsbestand und laufende Bestellungen.
Er gibt an, was tatsächlich beschafft werden muss.

Was sind C-Güter und wie werden sie gesteuert?

Antwort:

C-Güter haben:

  • geringen Wertanteil

  • hohe Stückzahlen

  • geringen Einfluss auf das Betriebsergebnis

 

Beispiele: Schrauben, Muttern, Handschuhe, O-Ringe.

Steuerung:

  • vereinfachte Beschaffung

  • hohe Verfügbarkeit wichtiger als exakte Planung

  • oft Kanban, Sammelbestellungen, Mindestmengen, Rahmenverträge

Welche Arten der Druckluftreinigung gibt es?

Antwort:

  • Wasserabscheider / Zyklonabscheider → grobe Feuchte

  • Kältetrockner → Kondensat auskühlen

  • Adsorptionstrockner → trocknen auf sehr niedrige Taupunkte

  • Filter:

    • Vorfilter (Partikel)

    • Mikrofilter (Ölnebel)

    • Aktivkohlefilter (Öldämpfe, Gerüche)

Reine Druckluft schützt: Ventile, Zylinder, Werkzeuge und Sensorik.

Welche Arten von Qualitätskosten gibt es?

Antwort:

Qualitätskosten setzen sich zusammen aus:

  • Fehlerverhütungskosten
    Schulungen, Prüfpläne, Wartung, Qualitätsmanagement.

  • Prüfkosten
    Messmittel, Prüfpersonal, Wareneingangskontrolle.

  • Fehlerkosten intern
    Ausschuss, Nacharbeit, Maschinenstillstand.

  • Fehlerkosten extern
    Reklamationen, Garantieleistungen, Imageverlust.

 

Ziel ist ein optimaler Kostenmix, sodass Fehler vermieden werden, bevor sie teuer werden.

IHK Bielefeld MEP HQ Metall Orga

IHK Bielefeld 08.2024

Formelsammlung: erlaubt
Taschenrechner: erlaubt

Zuerst kommt man mit mehreren Leuten in einen Vorbereitungsraum, jeder bekommt seine Aufgabe und man hat 30min Zeit diese zu lösen.
Danach kommt man in den Prüfungsraum mit 3-4 Prüfern wo man ca. 15min Zeit hat die Aufgabe vorzustellen und zu erklären. Anschließend werden 2-4 Fragen gestellt (bezogen auf die Aufgabe).

Ich hatte eine BWH Aufgabe wo man die Amortisationsdauer und die Kapitalrentabilität in % einer Anlage berechnen soll
a) Amortisationsdauer in Jahren berechnen
b) warum ist die Amortisationsdauer alleine nicht sehr aussagekräftig
c) Rentabilität in % berechnen

Ich hatte 46.5 Punkte in der schriftlichen Orga Prüfung und habe solide bestanden. Die Prüfer waren ganz entspannt und zuvorkommend.

Lösungsvorschlag von BLH:

Ich empfehle euch, die älteren Orga-Prüfungsaufgaben aus dem HQ-Bereich durchzugehen. Passende Lösungen findet ihr auf YouTube – dort habe ich zu nahezu allen Orga-Aufgaben der letzten zehn Prüfungen ausführliche Videos erstellt.

IHK Bremen MEP HQ Metall Orga

IHK Bremen 07. August 2023

MEP Orga für Industriemeister Metall

-Outsourcing: Was ist das, Vor und Nachteile
-Personalentwicklung, Jobenlargment, rich, Rotation, Wie und was mache ich als Meister.
-Just in Sequence und Just in Time. Alles erklären und mit Beispielen
-Maslow Pyramide, Bedürfnisse der Mitarbeiter, wie gehe ich als Meister darauf ein
-Thema Arbeitsunfall

Bin mit 45% rein und solide bestanden.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Was bedeutet Outsourcing und welche Vor- und Nachteile hat es?

-Welche Maßnahmen der Personalentwicklung gibt es und wie setze ich sie als Meister ein?

-Erklären Sie Just in Time und Just in Sequence und nennen Sie Beispiele.

-Welche Stufen umfasst die Maslow-Pyramide und wie gehe ich als Meister darauf ein?

-Wie ist bei einem Arbeitsunfall vorzugehen?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was bedeutet Outsourcing und welche Vor- und Nachteile hat es?

Antwort:

Outsourcing bedeutet, dass ein Unternehmen bestimmte Aufgaben oder Prozesse an externe Dienstleister auslagert, um Kosten zu senken oder sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren.

 

Vorteile:

  • geringere Fixkosten

  • Zugriff auf Spezialwissen

  • höhere Flexibilität

  • Entlastung interner Ressourcen

 

Nachteile:

  • Abhängigkeit vom Dienstleister

  • Qualität schwerer kontrollierbar

  • Kommunikations- und Lieferprobleme möglich

  • internes Know-how kann verloren gehen

 

Der Meister bewertet, welche Prozesse wirtschaftlich sinnvoll ausgelagert werden können.

Welche Maßnahmen der Personalentwicklung gibt es und wie setze ich sie als Meister ein?

Antwort:

Job Enlargement (Aufgabenerweiterung):
Mitarbeiter erhält zusätzliche, gleichwertige Aufgaben.
→ steigert Abwechslung und Motivation.

 

Job Rotation (Positionswechsel):
Geplanter Wechsel zwischen Arbeitsplätzen.
→ erhöht Flexibilität, Wissen & Vertretungsmöglichkeiten.

 

Job Enrichment (Aufgabenbereicherung):
Mitarbeiter bekommt anspruchsvollere Aufgaben, mehr Verantwortung.
→ fördert Selbstständigkeit & Kompetenz.

 

Rolle des Meisters:
Bedarf analysieren, Mitarbeiter fördern, Schulungen planen, Fortschritte begleiten, Feedbackgespräche führen.

Erklären Sie Just in Time und Just in Sequence und nennen Sie Beispiele.

Antwort:

Just in Time:
Material wird genau zum Zeitpunkt des Bedarfs geliefert.
→ geringe Lagerkosten, hohe Abstimmung erforderlich.
Beispiel: Automobilteile kommen direkt in die Linie, kein Lager dazwischen.

 

Just in Sequence:
Material wird nicht nur rechtzeitig, sondern in der richtigen Reihenfolge geliefert.
→ wichtig bei variantenreichen Produkten.
Beispiel: Sitze eines Autos werden in genau der Reihenfolge geliefert, wie Autos auf dem Band laufen.

 

Unterschied: JIT = Zeitpunkt, JIS = Zeitpunkt + Reihenfolge.

Welche Stufen umfasst die Maslow-Pyramide und wie gehe ich als Meister darauf ein?

Antwort:

  1. Physiologische Bedürfnisse: Pausen, ergonomischer Arbeitsplatz

  2. Sicherheit: klare Anweisungen, sichere Maschinen, feste Abläufe

  3. Soziale Bedürfnisse: Teamarbeit, gute Kommunikation, Konfliktlösung

  4. Anerkennung: Lob, Feedback, Verantwortungsübertragung

  5. Selbstverwirklichung: Weiterbildung, Aufstieg, Projektaufgaben

 

Ein Meister erkennt, welche Stufe beim Mitarbeiter aktuell wichtig ist, und unterstützt entsprechend.

Wie ist bei einem Arbeitsunfall vorzugehen?

Antwort:

  • Unfallstelle sichern

  • Erste Hilfe leisten

  • Rettungskräfte alarmieren

  • Unfall dokumentieren (Unfallanzeige, Meldung an Berufsgenossenschaft)

  • Ursachen analysieren (Fehlerquelle, Schutzmaßnahmen)

  • Mitarbeiter unterweisen

  • Maßnahmen einleiten, damit ähnlicher Unfall nicht wieder passiert

 

Ziel ist Schutz der Mitarbeiter und Verbesserung des Arbeitsschutzes.

IHK Bremen 02.24

MEP Orga für Industriemeister Metall

- Lager planen und an extern vergeben
- Bestellpunkt und Bestellrythmusverfahren
- Aktiengesellschaft, Aktionäre und Aufsichtsrat
- Projektplanung und PDCA
- Kostenarten, Kostenträger, Kostenstellrechnung
- Stakeholder und Shareholder
- Lasten und Pflichtenheft

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Welche Überlegungen gehören zur Lagerplanung und wann kann ein externes Lager sinnvoll sein?

- Erklären Sie das Bestellpunkt- und das Bestellrhythmusverfahren.

- Wie ist eine Aktiengesellschaft aufgebaut und welche Aufgaben haben Aktionäre und der Aufsichtsrat?

- Was ist der PDCA-Zyklus und wie wird er in der Projektplanung eingesetzt?

- Was unterscheidet Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung?

- Was ist der Unterschied zwischen Stakeholdern und Shareholdern?

- Erklären Sie den Unterschied zwischen Lasten- und Pflichtenheft.

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Überlegungen gehören zur Lagerplanung und wann kann ein externes Lager sinnvoll sein?

Antwort:

Zur Lagerplanung gehören:

  • Bedarfsermittlung (Materialarten, Mengen, Umschlagshäufigkeit)

  • Platzbedarf und Wegeoptimierung

  • Sicherheits- und Umweltanforderungen

  • Personal, IT-Systeme, Wareneingang/Warenausgang

  • Kostenvergleich (Eigenlager vs. Fremdlager)

 

Ein externes Lager ist sinnvoll bei:

  • Platzmangel im eigenen Betrieb

  • hohen Fixkosten

  • selten benötigten Artikeln

  • saisonalen Schwankungen

  • Fokus auf Kernprozesse

 

Wichtig: Schnittstellen abstimmen, Lieferzeiten und Qualität kontrollieren.

Erklären Sie das Bestellpunkt- und das Bestellrhythmusverfahren.

Antwort:

Bestellpunktverfahren:
Es wird bestellt, sobald der Lagerbestand den Meldebestand unterschreitet.
→ reagiert flexibel auf Bedarfsschwankungen.
Einsatz bei A- und X-/Y-Artikeln.

 

Bestellrhythmusverfahren:
Bestellung erfolgt zu festen Zeitintervallen (z. B. wöchentlich, monatlich).
→ einfache Planung, aber weniger flexibel.
Einsatz bei C- und Z-Artikeln.

Wie ist eine Aktiengesellschaft aufgebaut und welche Aufgaben haben Aktionäre und der Aufsichtsrat?

Antwort:

Die AG besteht aus:

  • Aktionären: sind Eigentümer, besitzen Stimmrechte, entscheiden in der Hauptversammlung über Gewinnverwendung, Vorstandsentlastung usw.

  • Vorstand: leitet das Unternehmen operativ.

  • Aufsichtsrat: überwacht den Vorstand, bestellt und entlässt ihn, prüft Geschäftsberichte.

 

Aktionäre besitzen Anteile (Aktien), haben aber keine operative Führungskompetenz.

Was ist der PDCA-Zyklus und wie wird er in der Projektplanung eingesetzt?

Antwort:

Der PDCA-Zyklus ist ein Regelkreis zur kontinuierlichen Verbesserung:

  • P – Plan: Ziele setzen, Maßnahmen planen

  • D – Do: Umsetzung im Projekt

  • C – Check: Ergebnisse prüfen, Soll-Ist-Vergleich

  • A – Act: Maßnahmen anpassen, Standards festlegen

 

In Projekten hilft PDCA, Risiken zu minimieren, saubere Abläufe zu schaffen und Ergebnisse zu sichern.

Was unterscheidet Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung?

Antwort:

  • Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind angefallen?
    (Material, Löhne, Abschreibungen, Energie)

  • Kostenstellenrechnung: Wo sind Kosten angefallen?
    (Fertigung, Lager, Verwaltung)

  • Kostenträgerrechnung: Wofür sind Kosten angefallen?
    (Produkte, Aufträge, Dienstleistungen)

 

Zusammen bilden sie das Fundament der betrieblichen Kalkulation.

Was ist der Unterschied zwischen Stakeholdern und Shareholdern?

Antwort:

  • Shareholder: Eigentümer bzw. Anteilseigner eines Unternehmens (Aktionäre).

  • Stakeholder: alle Gruppen, die ein Interesse am Unternehmen haben:
    Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Staat, Banken, Gesellschaft, Eigentümer.

 

Shareholder wollen maximalen Gewinn; Stakeholder verfolgen unterschiedliche Interessen.

Erklären Sie den Unterschied zwischen Lasten- und Pflichtenheft.

Antwort:

Lastenheft: beschreibt die Anforderungen des Auftraggebers – Was wird benötigt?
Pflichtenheft: beschreibt die Lösung des Auftragnehmers – Wie wird es umgesetzt?

 

Kurz:
Lastenheft = Zielbeschreibung
Pflichtenheft = Umsetzungsbeschreibung

IHK Düsseldorf MEP HQ Metall Orga

IHK Düsseldorf 02.2026
Also als erstes haben die Prüfer mich gefragt wie viele Punkte ich benötige, dann den üblichen Kram ob man sich gesund fühlt…


Ich wurde gefragt mit welche Thema ich anfangen möchte, ob das immer so ist weiß ich nicht. Sagte würde gern mit Personalführung/ Personalentwicklung beginnen. Da kam der erste leichte Dämpfer, diese Themen sind nicht Pürfungsrelevant. Wusste ich persönlich bis dahin nicht.


Also standen nur zur PSK, AUG und BKW zur Auswahl.


Wurde noch gefragt was ich beruflich mache habe dort meine Stelle beschrieben, damit die glaube ich sich auch ein wenig mit den Fragen anpassen könnten. (Aber nur meine Vermutung)

PSK:
Hier wurde ich zu Beschaffungsarten(JIT/ JIS), ERP-System ( allgemein ),Fertigungsarten ( Einzelfertigung / Serienfertigung usw…)

Danach ging es übergreifend mit AUG weiter :
Hier wurde gefragt:
Was AsiG und ASG heißt bedeute.. konnte ich Tatsächlich nichts sagen aber habe das Thema auf die ASA geleitet, da wollten die dann wissen wo für es steht und wer alles in der ASA sitzt und was die machen usw.


Dann wurde ich noch zur BG gefragt was es abgekürzt heißt und was die machen und was passiert wenn mehr Arbeitsunfälle im Unternehmen passiert und wie häufig und wann die aktiv wird und vorbei kommt.


Von da aus ging es weiter wenn ein Unfall passiert ist wie man da vorgeht also Gefährdungsbeurteilungen, sicherheitsunterweisung und generell ein paar Fragen zu Unrerweisung wann ein Mitarbeiter welche bekommt und ob immer eine Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit gemacht werden muss.


BKW:
Hab ich denen die drei Kostenrechnungen genannt, Ist-,Normal-,Plankostenrechnung und durfte die Plankostenrechnung nehmen.


Da wurde gefragt:
Was Leerkosten & Nutzkosten sind.
Die Abweichung : Verbauchs, Beschäftigung und Gesamtabweichung also Formeln sogesehen aufsagen und wie sich was verhält.

Glaube das war es im Großen und Ganzen danach waren meine 20 Minuten um 😅

 

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Welche Beschaffungsarten gibt es und worin unterscheiden sich Einzelbeschaffung, Vorratsbeschaffung, Just-in-Time und Just-in-Sequence?

-Was ist ein ERP-System, wofür nutzt man es und welche Vorteile hat es?

-Welche Fertigungsarten gibt es und was bedeuten Einzelfertigung, Serienfertigung, Sortenfertigung und Massenfertigung?

-Was bedeuten ASiG, ArbSchG, ASA und BG?

-Wer sitzt im Arbeitsschutzausschuss und was macht der ASA?

-Was macht die Berufsgenossenschaft und wann wird sie aktiv?

-Wie geht man vor, wenn ein Arbeitsunfall passiert ist, und was muss danach überprüft werden?

-Was ist eine Unterweisung, wann bekommt ein Mitarbeiter eine Unterweisung und wie wird sie dokumentiert?

-Welche drei Arten der Kostenrechnung gibt es?

-Was ist die Plankostenrechnung und wozu dient sie?

-Was sind Nutzkosten und Leerkosten?

-Was sind Gesamtabweichung, Verbrauchsabweichung und Beschäftigungsabweichung?

-Was sind Sollkosten und verrechnete Plankosten?

-Wie hängen Gesamtabweichung, Verbrauchsabweichung und Beschäftigungsabweichung zusammen?

-Wie kann ein Meister auf Abweichungen reagieren?

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Beschaffungsarten gibt es und worin unterscheiden sich Einzelbeschaffung, Vorratsbeschaffung, Just-in-Time und Just-in-Sequence?

Antwort:
Beschaffung bedeutet, dass ein Unternehmen Material, Teile, Waren oder Dienstleistungen einkauft, die es für Produktion und Betrieb benötigt.

Wichtige Beschaffungsarten sind:

Einzelbeschaffung
Bei der Einzelbeschaffung wird Material erst dann bestellt, wenn ein konkreter Auftrag vorliegt.

Vorteil:
Geringe Lagerkosten und wenig Kapitalbindung.

Nachteil:
Es kann zu Wartezeiten kommen, wenn das Material nicht rechtzeitig geliefert wird.

Beispiel:
Ein Sonderbauteil wird erst bestellt, wenn ein Kundenauftrag eingegangen ist.

Vorratsbeschaffung
Bei der Vorratsbeschaffung werden Materialien auf Lager gelegt.

Vorteil:
Material ist schnell verfügbar und die Produktion ist weniger abhängig von Lieferzeiten.

Nachteil:
Lagerkosten, Kapitalbindung und Risiko von Überbestand.

Beispiel:
Schrauben, Dichtungen oder Standardmaterialien werden auf Vorrat gelagert.

Just-in-Time JIT
Bei Just-in-Time wird Material genau dann geliefert, wenn es in der Produktion benötigt wird.

Vorteil:
Geringe Lagerbestände, weniger Lagerkosten und weniger Kapitalbindung.

Nachteil:
Hohe Abhängigkeit von pünktlichen Lieferungen. Bei Lieferproblemen kann die Produktion schnell stillstehen.

Beispiel:
Ein Zulieferer liefert Bauteile direkt zum geplanten Produktionszeitpunkt.

Just-in-Sequence JIS
Bei Just-in-Sequence wird Material nicht nur pünktlich, sondern auch in der richtigen Reihenfolge geliefert.

Beispiel:
In der Automobilproduktion kommen Sitze genau in der Reihenfolge an, in der die Fahrzeuge montiert werden.

Der Unterschied zwischen JIT und JIS ist:

JIT = Lieferung zum richtigen Zeitpunkt.
JIS = Lieferung zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge.


Was ist ein ERP-System, wofür nutzt man es und welche Vorteile hat es?

Antwort:
ERP bedeutet Enterprise Resource Planning. Ein ERP-System ist eine Software, mit der betriebliche Ressourcen geplant und gesteuert werden.

Ein ERP-System verbindet viele Bereiche im Unternehmen, zum Beispiel:

  • Einkauf

  • Lager

  • Produktion

  • Verkauf

  • Personal

  • Buchhaltung

  • Controlling

  • Arbeitsvorbereitung

Man nutzt ein ERP-System, um Daten zentral zu erfassen und Abläufe besser zu planen.

  • Vorteile eines ERP-Systems:

  • bessere Übersicht über Aufträge und Bestände

  • weniger Doppeleingaben

  • schnellere Informationsweitergabe

  • bessere Planung von Material, Personal und Maschinen

  • weniger Fehler durch zentrale Daten

  • bessere Auswertungen und Kennzahlen

  • schnellere Reaktion auf Engpässe oder Lieferprobleme

Einfach gesagt:
Ein ERP-System sorgt dafür, dass alle wichtigen Unternehmensdaten an einer zentralen Stelle zusammenlaufen.


Welche Fertigungsarten gibt es und was bedeuten Einzelfertigung, Serienfertigung, Sortenfertigung und Massenfertigung?

Antwort:
Wichtige Fertigungsarten sind Einzelfertigung, Serienfertigung, Sortenfertigung und Massenfertigung.

Einzelfertigung
Ein Produkt wird einmalig oder nach Kundenwunsch hergestellt.

Beispiel:
Sondermaschine, Spezialwerkzeug, Einzelanfertigung.

Merkmal:
Hohe Individualität, hoher Planungsaufwand.

Serienfertigung
Gleiche Produkte werden in begrenzter Stückzahl hergestellt.

Beispiel:
Eine Serie von 500 Gehäusen oder 1000 Bauteilen.

Merkmal:
Nach der Serie kann auf ein anderes Produkt umgestellt werden.

Sortenfertigung
Ähnliche Produkte werden in verschiedenen Varianten hergestellt. Die Produkte unterscheiden sich nur in bestimmten Merkmalen.

Beispiel:
Schrauben in verschiedenen Längen, Bleche in verschiedenen Dicken, Farbeimer in verschiedenen Farben.

Merkmal:
Gleiche Grundproduktion, aber unterschiedliche Sorten.

Massenfertigung
Ein Produkt wird über lange Zeit in sehr großer Menge hergestellt.

Beispiel:
Schrauben, Nägel, Standardteile, Getränkedosen.

Merkmal:
Hohe Stückzahl, gleichbleibendes Produkt, stark automatisierte Abläufe.


Was bedeuten ASiG, ArbSchG, ASA und BG?

Antwort:
ASiG bedeutet Arbeitssicherheitsgesetz. Es regelt, dass Arbeitgeber Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bestellen müssen. Diese beraten den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung.

ArbSchG bedeutet Arbeitsschutzgesetz. Es verpflichtet den Arbeitgeber, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit zu schützen. Dazu gehören Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen, Unterweisung und Organisation des Arbeitsschutzes.

Wenn jemand ASG sagt, ist in diesem Zusammenhang meistens das ArbSchG gemeint.

ASA bedeutet Arbeitsschutzausschuss. Dort werden Arbeitsschutzthemen im Betrieb besprochen.

BG bedeutet Berufsgenossenschaft. Sie ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und Beschäftigte.


Wer sitzt im Arbeitsschutzausschuss und was macht der ASA?

Antwort:
Im Arbeitsschutzausschuss sitzen typischerweise:

  • Arbeitgeber oder Vertreter des Arbeitgebers

  • Betriebsarzt

  • Fachkraft für Arbeitssicherheit

  • Sicherheitsbeauftragte

  • Betriebsrat, falls vorhanden

  • gegebenenfalls Meister oder weitere Führungskräfte

Der Arbeitsschutzausschuss berät über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb.

Themen können sein:

  • Arbeitsunfälle

  • Beinaheunfälle

  • Gefährdungsbeurteilungen

  • Schutzmaßnahmen

  • Unterweisungen

  • Arbeitsplatzgestaltung

  • Mängel im Arbeitsschutz

  • Verbesserungen im Betrieb


Was macht die Berufsgenossenschaft und wann wird sie aktiv?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaft ist für Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten zuständig.

Aufgaben der Berufsgenossenschaft sind:

  • Unfallverhütung

  • Beratung der Betriebe

  • Kontrolle von Arbeitsschutzmaßnahmen

  • Untersuchung von Arbeitsunfällen

  • Rehabilitation verletzter Beschäftigter

  • Entschädigung bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten

Die Berufsgenossenschaft wird aktiv, wenn Arbeitsunfälle passieren, Berufskrankheiten gemeldet werden oder wenn im Betrieb auffällig viele Unfälle auftreten. Sie kann auch zur Beratung, Kontrolle oder nach besonderen Ereignissen in den Betrieb kommen.

Wie häufig die Berufsgenossenschaft in einen Betrieb kommt, hängt vom Betrieb, der Branche, dem Unfallgeschehen, der Gefährdungslage und den Präventionsmaßnahmen ab. Bei mehr Arbeitsunfällen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Berufsgenossenschaft genauer prüft und Maßnahmen fordert.


Wie geht man vor, wenn ein Arbeitsunfall passiert ist, und was muss danach überprüft werden?

Antwort:
Wenn ein Arbeitsunfall passiert, muss zuerst die verletzte Person versorgt werden.

Der Ablauf kann so aussehen:

1. Erste Hilfe leisten
Verletzte Person versorgen und beruhigen.

2. Unfallstelle sichern
Weitere Gefährdungen verhindern.

3. Notruf absetzen, wenn nötig
Rettungsdienst verständigen.

4. Vorgesetzte informieren
Meister, Arbeitgeber oder zuständige Stelle informieren.

5. Unfall dokumentieren
Zum Beispiel Verbandbuch, Unfallmeldung oder Unfallanzeige.

6. Unfallursache untersuchen
Klären, warum der Unfall passiert ist.

7. Gefährdungsbeurteilung überprüfen
Prüfen, ob die Gefährdungen richtig erkannt wurden.

8. Schutzmaßnahmen anpassen
Technische, organisatorische oder personenbezogene Maßnahmen verbessern.

9. Mitarbeiter erneut unterweisen
Wenn nötig, Unterweisung wiederholen und dokumentieren.

Nach einem Unfall muss die Gefährdungsbeurteilung überprüft werden, weil der Unfall zeigt, dass möglicherweise eine Gefahr nicht erkannt wurde oder Schutzmaßnahmen nicht ausreichend waren.


Was ist eine Unterweisung, wann bekommt ein Mitarbeiter eine Unterweisung und wie wird sie dokumentiert?

Antwort:
Eine Unterweisung ist eine verständliche Einweisung in sicheres Arbeiten. Dabei werden Gefahren, Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln und richtige Arbeitsweisen erklärt.

Eine Unterweisung muss vor Aufnahme der Tätigkeit erfolgen. Zusätzlich wird sie regelmäßig wiederholt und bei besonderen Anlässen durchgeführt.

Ein Mitarbeiter bekommt eine Unterweisung:

  • vor Beginn einer neuen Tätigkeit

  • mindestens regelmäßig wiederkehrend

  • bei neuen Maschinen

  • bei neuen Gefahrstoffen

  • bei geänderten Arbeitsabläufen

  • bei Versetzung an einen neuen Arbeitsplatz

  • nach Arbeitsunfällen oder Beinaheunfällen

  • bei unsicherem Verhalten

Azubis müssen ebenfalls vor Aufnahme der Tätigkeit unterwiesen werden. Jugendliche Azubis müssen besonders sorgfältig und verständlich unterwiesen werden, weil sie weniger Erfahrung haben und besonders geschützt werden müssen.

Eine Unterweisung wird dokumentiert mit:

  • Datum

  • Thema

  • Inhalte

  • Name der unterwiesenen Personen

  • Name der unterweisenden Person

  • Unterschriften

Die Dokumentation ist wichtig, damit der Betrieb nachweisen kann, dass die Unterweisung durchgeführt wurde.


Welche drei Arten der Kostenrechnung gibt es?

Antwort:
Man unterscheidet häufig:

Istkostenrechnung
Sie arbeitet mit tatsächlich angefallenen Kosten.

Normalkostenrechnung
Sie arbeitet mit Durchschnittswerten aus vergangenen Zeiträumen.

Plankostenrechnung
Sie arbeitet mit geplanten Kosten für zukünftige Perioden.

Die Plankostenrechnung ist besonders wichtig für Planung, Kontrolle und Steuerung.


Was ist die Plankostenrechnung und wozu dient sie?

Antwort:
Die Plankostenrechnung plant Kosten im Voraus. Danach werden die tatsächlichen Kosten mit den geplanten Kosten verglichen.

 

Sie dient dazu:

  • Kosten zu planen

  • Abweichungen zu erkennen

  • Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren

  • Ursachen für Mehrkosten zu finden

  • Maßnahmen einzuleiten

  • Kostenstellen besser zu steuern

 

Für einen Meister ist sie wichtig, weil er erkennen kann, ob in seinem Bereich zu viel Material, Zeit, Energie oder Instandhaltungskosten verbraucht wurden.


Was sind Nutzkosten und Leerkosten?

Antwort:
Nutzkosten sind die Kosten der tatsächlich genutzten Kapazität.

Beispiel:
Eine Maschine ist für 100 Stunden geplant und wird 80 Stunden genutzt. Die Kosten für diese 80 genutzten Stunden sind Nutzkosten.

Leerkosten sind Kosten für ungenutzte Kapazität.

Beispiel:
Die Maschine hätte 100 Stunden laufen können, läuft aber nur 80 Stunden. Die Kosten für die 20 ungenutzten Stunden sind Leerkosten.

Der Unterschied ist:

Nutzkosten = Kosten für genutzte Kapazität
Leerkosten = Kosten für ungenutzte Kapazität

Bei Unterbeschäftigung entstehen Leerkosten, weil Fixkosten weiterlaufen, obwohl die Kapazität nicht vollständig genutzt wird.


Was sind Gesamtabweichung, Verbrauchsabweichung und Beschäftigungsabweichung?

Antwort:
In der Plankostenrechnung vergleicht man geplante Kosten mit tatsächlich entstandenen Kosten und mit der tatsächlichen Beschäftigung.

Gesamtabweichung
Sie zeigt den gesamten Unterschied zwischen Istkosten und verrechneten Plankosten.

Verbrauchsabweichung
Sie zeigt, ob bei der tatsächlichen Beschäftigung mehr oder weniger Kosten verbraucht wurden als eigentlich erlaubt gewesen wären.

Beschäftigungsabweichung
Sie entsteht durch eine andere Auslastung als geplant. Sie zeigt besonders die Wirkung von Unter- oder Überbeschäftigung.

 

Einfach gesagt:

Verbrauchsabweichung = Problem beim Verbrauch
Zum Beispiel mehr Material, Energie, Zeit oder Ausschuss.

Beschäftigungsabweichung = Problem bei der Auslastung
Zum Beispiel Maschine oder Abteilung war nicht voll ausgelastet.


Was sind Sollkosten und verrechnete Plankosten?

Antwort:
Sollkosten sind die Kosten, die bei der tatsächlichen Beschäftigung laut Plan entstehen dürften.

Sie beantworten die Frage:

Was hätte die tatsächliche Leistung planmäßig kosten dürfen?

Verrechnete Plankosten sind die Kosten, die für die tatsächlich erbrachte Leistung über den geplanten Verrechnungssatz angesetzt werden.

Sie beantworten vereinfacht die Frage:

Welche Plankosten werden der tatsächlichen Leistung zugerechnet?


Wie hängen Gesamtabweichung, Verbrauchsabweichung und Beschäftigungsabweichung zusammen?

Antwort:
Der Zusammenhang lautet:

Gesamtabweichung = Verbrauchsabweichung + Beschäftigungsabweichung

Oder anders erklärt:

Die Gesamtabweichung setzt sich aus zwei Ursachen zusammen:

1. Verbrauchsabweichung
Es wurde mehr oder weniger verbraucht als geplant.

2. Beschäftigungsabweichung
Die tatsächliche Auslastung war anders als geplant.

Bei Unterbeschäftigung entstehen häufig Leerkosten, weil Fixkosten weiterlaufen, obwohl weniger produziert wird. Dadurch kann eine ungünstige Beschäftigungsabweichung entstehen.


Wie kann ein Meister auf Abweichungen reagieren?

Antwort:
Ein Meister sollte Abweichungen nicht nur feststellen, sondern die Ursachen suchen und Maßnahmen einleiten.

 

Mögliche Reaktionen sind:

Materialverbrauch prüfen
Wurde mehr Material verbraucht als geplant?

Ausschuss und Nacharbeit analysieren
Gab es Qualitätsprobleme?

Maschinenstillstände prüfen
Gab es Störungen, Wartezeiten oder fehlendes Material?

Arbeitszeiten vergleichen
Wurde mehr Zeit benötigt als geplant?

Energieverbrauch prüfen
Gab es ungewöhnlich hohe Energieverbräuche?

Wartung und Instandhaltung prüfen
Gab es ungeplante Reparaturen?

Mitarbeiter unterweisen oder schulen
Wenn Fehler durch Bedienung oder Methode entstehen.

Abläufe verbessern
Zum Beispiel Rüstzeiten senken, Materialfluss verbessern oder Engpässe beseitigen.

Ziel ist, die Kosten wieder in den geplanten Bereich zu bringen und zukünftige Abweichungen zu vermeiden.

IHK Gelsenkirchen MEP HQ Metall Orga

IHK Gelsenkirchen 07.2024
 

IM Lebensmittel
War auch ein Blatt mit 3 Fragen
1.Nennen Sie 3 Kostenarten.

2. Dann sollte ich 5punkte nennen für eine Gruppe die kurzfristig an etwas arbeitet.
Projekt wollten sie hören...dann halt forming,storming,Normung,perfomrning und enyojing oder so ?
Den letzten Punkt habe ich nie gehört,gelernt.

3. Was ist eine verkehrsauffassung bzw bestandteile

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Nennen und erklären Sie drei Kostenarten.

- Eine Gruppe soll kurzfristig an einer Aufgabe arbeiten. Nennen und erläutern Sie fünf typische Gruppenphasen.

- Was versteht man unter einer Verkehrsauffassung und welche Bestandteile gehören dazu?

Lösungsvorschlag von BLH:

Nennen und erklären Sie drei Kostenarten.

Antwort:

Typische Kostenarten sind:

  • Materialkosten: Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

  • Personalkosten: Löhne, Gehälter, soziale Abgaben.

  • Betriebskosten: Energie, Miete, Instandhaltung, Abschreibungen.

 

Kostenarten dienen dazu, alle Kosten systematisch zu erfassen und in die Kostenrechnung zu überführen.

Eine Gruppe soll kurzfristig an einer Aufgabe arbeiten. Nennen und erläutern Sie fünf typische Gruppenphasen.

Antwort:

Die Gruppenentwicklung nach Tuckman besteht aus folgenden Phasen:

  1. Forming (Orientierungsphase):
    Die Gruppe findet sich, Rollen und Erwartungen sind noch unklar.

  2. Storming (Konfliktphase):
    Erste Spannungen, unterschiedliche Meinungen und Machtfragen werden sichtbar.

  3. Norming (Regelphase):
    Die Gruppe entwickelt gemeinsame Regeln, Rollen klären sich, Zusammenarbeit wird stabiler.

  4. Performing (Arbeitsphase):
    Die Gruppe arbeitet effizient, zielgerichtet und weitgehend selbstständig.

  5. Adjourning (Abschlussphase):
    Die Aufgabe endet, Ergebnisse werden präsentiert, die Gruppe löst sich wieder auf.

 

Diese Phasen erklären, warum Gruppen zu Beginn eher unsicher arbeiten und erst später volle Leistungsfähigkeit erreichen.

Was versteht man unter einer Verkehrsauffassung und welche Bestandteile gehören dazu?

Antwort:

Die Verkehrsauffassung ist ein Begriff aus der Organisation und beschreibt,
wie innerbetriebliche Abläufe, Arbeitsmittel und Prozesse nach allgemeiner fachlicher Erfahrung üblich und korrekt ausgeführt werden sollten.

 

Bestandteile bzw. Inhalte:

  • Anerkannte fachliche Regeln

  • Branchenübliche Arbeitsweisen

  • Gewohnheiten und Erfahrungen im Betriebsablauf

  • Sicherheits- und Qualitätsanforderungen, die allgemein akzeptiert sind

  • Übliche Aufteilung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen

 

Die Verkehrsauffassung hilft bei der Beurteilung, ob Handeln ordnungsgemäß, arbeitssicher und wirtschaftlich ist – auch wenn es nicht explizit in einer Vorschrift steht.

IHK Karlsruhe MEP HQ Metall Orga

IHK Karlsruhe 07.2025

Was ist eine Make or buy entscheidung?
Wie ist ein wirtschaftsplan aufgebaut und was ist beinhaltet?
Was ist shopfloor Management?
Wie kann man eine Sicherheitsunterweisung interessanter gestalten?
Wie ist ein BAB aufgebaut und was ist beinhaltet und warum macht man das?
Wie kann man effizienter in der Produktion werden?

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Was ist eine Make-or-Buy-Entscheidung und welche Faktoren berücksichtigt man?

- Wie ist ein Wirtschaftsplan aufgebaut und welche Inhalte gehören hinein?

- Was versteht man unter Shopfloor-Management?

- Wie kann man eine Sicherheitsunterweisung interessanter und wirkungsvoller gestalten?

- Wie ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB) aufgebaut, was beinhaltet er und warum wird er durchgeführt?

- Wie kann man effizienter in der Produktion werden?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was ist eine Make-or-Buy-Entscheidung und welche Faktoren berücksichtigt man?

Antwort:

Eine Make-or-Buy-Entscheidung legt fest, ob ein Produkt im Unternehmen selbst hergestellt (Make) oder extern bezogen (Buy) werden soll.

 

Berücksichtigt werden u. a.:

  • Kostenvergleich (Eigenfertigung vs. Zukauf)

  • Kapazitäten und Auslastung

  • Know-how & Qualität

  • Lieferzeiten und Flexibilität

  • Abhängigkeit vom Lieferanten

  • strategische Bedeutung des Bauteils

Ziel ist die wirtschaftlich sinnvollste Lösung ohne Qualitäts- oder Risikoerhöhung.

Wie ist ein Wirtschaftsplan aufgebaut und welche Inhalte gehören hinein?

Antwort:

Ein Wirtschaftsplan beschreibt die geplante finanzielle und organisatorische Entwicklung eines Bereichs oder Unternehmens.
Inhalte:

  • Umsatz- und Absatzplanung

  • Kostenplanung (Material, Personal, Energie, Instandhaltung)

  • Investitionen (Maschinen, Anlagen)

  • Liquiditäts- und Finanzplanung

  • Produktionsmengen & Kapazitäten

  • Ziele, Maßnahmen & Kennzahlen

 

Er dient als Steuerungsinstrument, um Wirtschaftlichkeit und Ressourceneinsatz zu planen.

Was versteht man unter Shopfloor-Management?

Antwort:

Shopfloor-Management ist eine Führungs- und Organisationsmethode direkt im Produktionsbereich.
Ziele:

  • Transparenz über aktuelle Leistungsdaten

  • Probleme früh erkennen (z. B. Abweichungen, Stillstände)

  • täglicher Austausch zwischen Meister & Team

  • Maßnahmen sofort einleiten

  • Mitarbeiter einbeziehen & Verantwortung fördern

 

Typische Elemente: Visualisierung (Boards), Kennzahlen (OEE, Ausschuss), kurze tägliche Besprechungen.

Wie kann man eine Sicherheitsunterweisung interessanter und wirkungsvoller gestalten?

Antwort:

  • praxisnahe Beispiele aus dem eigenen Betrieb

  • reale Unfallursachen erklären („Was wäre hier passiert?“)

  • kurze Videos oder Bilder einsetzen

  • Mitarbeiter aktiv einbeziehen (Fragen, Diskussionen, Gefahren erkennen)

  • Unterweisung an der Maschine durchführen

  • kleine Gruppen statt großer Vorträge

  • klare, verständliche Sprache, keine Überfrachtung

  • Tätigkeiten direkt üben lassen (PSA richtig anlegen, Not-Aus testen)

 

Wichtig: Mitarbeiter sollen Bezug zur Praxis fühlen, nicht nur Theorie hören.

Wie ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB) aufgebaut, was beinhaltet er und warum wird er durchgeführt?

Antwort:

Der BAB ist ein Instrument der Kostenstellenrechnung und besteht aus:

  • Kostenarten (Material, Fertigung, Energie, Verwaltung …)

  • Kostenstellen (z. B. Fertigung 1, Fertigung 2, Verwaltung)

  • Verteilungsschlüssel (m², Maschinenstunden, Mitarbeiterzahl)

  • Gemeinkostenverteilung in die jeweiligen Kostenstellen

  • Berechnung von Zuschlagssätzen für Kalkulationen

 

Der BAB zeigt wo Kosten entstehen, schafft Transparenz und ermöglicht genaue Produkt- und Auftragskalkulationen.

Wie kann man effizienter in der Produktion werden?

Antwort:

  • Materialfluss optimieren (5S, Layoutplanung)

  • Rüstzeiten senken (SMED)

  • Maschinenverfügbarkeit erhöhen (TPM, vorbeugende Wartung)

  • klare Arbeitsanweisungen & Standards

  • Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter

  • Engpässe analysieren (Bottleneck-Analyse)

  • Digitalisierung (MES, Datenanalyse)

  • Qualität verbessern → weniger Nacharbeit & Ausschuss

  • Kaizen/KVP zur kontinuierlichen Verbesserung

 

Ziel: mehr Output, weniger Verschwendung, stabile Prozesse.

IHK Kiel MEP HQ Metall Orga

IHK Kiel 02.2025

- Formelsammlung, Taschenrechner etc. wurde nicht benötigt, da nur Fragen gestellt wurden

- Aufbauorganisationen (Linien, Matrix...)
- Personalplanung
- fachliche & disziplinarische Führungskraft
- KVP, Kaizen, Lean Managment

- Prüfer sind an sich wohlwollend und nett. Wenn man Probleme hat geben sie Hilfestellungen und/oder Beispiele, dass man es besser erklären kann

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Welche Aufbauorganisationen gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?

- Was umfasst die Personalplanung und welche Aufgaben hat ein Meister dabei?

- Was ist der Unterschied zwischen fachlicher und disziplinarischer Führungskraft?

- Was versteht man unter KVP und welche Schritte gehören dazu?

- Was bedeutet Kaizen und wie unterscheidet es sich von klassischen Verbesserungen?

- Was ist Lean Management und welche Ziele verfolgt es?

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Aufbauorganisationen gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?

Antwort:

  • Linienorganisation:
    Klare, eindeutige Weisungswege. Jeder Mitarbeiter hat genau einen Vorgesetzten.
    → Vorteil: klare Zuständigkeiten.
    → Nachteil: lange Entscheidungswege.

  • Stab-Linien-Organisation:
    Ergänzt die Linie durch Stabsstellen, die beraten, aber keine Weisungsbefugnis haben.
    → Vorteil: Fachwissen ohne Machtkonflikte.

  • Matrixorganisation:
    Mitarbeiter haben zwei Vorgesetzte (z. B. Projekt + Abteilung).
    → Vorteil: hohe Flexibilität, gute Projektarbeit.
    → Nachteil: Konfliktpotenzial bei Entscheidungen.

 

Diese Formen geben vor, wie Verantwortung, Kommunikation und Entscheidungen im Unternehmen strukturiert sind.

Was umfasst die Personalplanung und welche Aufgaben hat ein Meister dabei?

Antwort:

Personalplanung stellt sicher, dass zum richtigen Zeitpunkt genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
Sie umfasst:

  • Bedarfsplanung (Wie viele Mitarbeiter werden benötigt?)

  • Einsatzplanung (Schichtplanung, Urlaubsplanung)

  • Entwicklungsplanung (Schulungen, Qualifikationen)

  • Ersatzplanung (Nachfolge bei Ruhestand, Fluktuation)

  • Personalkostenplanung

 

Der Meister beobachtet Qualifikationen, erstellt Schulungspläne und sorgt für eine funktionsfähige Mannschaftsbesetzung.

Was ist der Unterschied zwischen fachlicher und disziplinarischer Führungskraft?

Antwort:

  • Fachliche Führungskraft:
    Darf Anweisungen zur Aufgabe, Technik, Sicherheit und Prozess erteilen.
    Führt fachlich, aber nicht personell.
    Beispiele: Meister, Projektleiter.

  • Disziplinarische Führungskraft:
    Verantwortlich für:

    • Einstellungen

    • Entlassungen

    • Beurteilungen

    • Urlaubsgenehmigungen

    • Mitarbeitergespräche

    • Gehalt / Abmahnungen
      → typischerweise: Abteilungsleiter, Betriebsleitung.

 

Kurz:
Fachlich = was getan wird,
Disziplinarisch = wer es tut und unter welchen Rahmenbedingungen.

Was versteht man unter KVP und welche Schritte gehören dazu?

Antwort:

KVP beschreibt die fortlaufende, kleine Verbesserung von Prozessen, Produkten und Abläufen durch alle Mitarbeiter.

Typische Schritte:

  1. Problem erkennen

  2. Ursache analysieren

  3. Verbesserung planen

  4. Umsetzung testen

  5. Standard einführen

  6. Wirksamkeit prüfen

 

Ziel: Verschwendung reduzieren, Qualität steigern, Prozesse stabilisieren.

Was bedeutet Kaizen und wie unterscheidet es sich von klassischen Verbesserungen?

Antwort:

Kaizen ist die japanische Form des KVP und bedeutet „Veränderung zum Besseren“.
Es setzt auf:

  • viele kleine Schritte statt große Sprünge

  • Einbindung aller Mitarbeiter

  • tägliche, gelebte Verbesserung

  • Fokus auf Verschwendungsbeseitigung (Muda)

 

Kaizen ist damit weniger projektartig, sondern eine Kultur ständiger Optimierung.

Was ist Lean Management und welche Ziele verfolgt es?

Antwort:

Lean Management ist ein Führungskonzept zur Verschlankung von Prozessen.
Zentrale Ziele:

  • Verschwendung (Muda) vermeiden

  • Durchlaufzeiten verkürzen

  • Bestände reduzieren

  • Qualität verbessern

  • Wertstrom optimieren

  • Mitarbeiter aktiv einbeziehen

Lean fasst KVP, Kaizen, 5S, Just-in-Time und weitere Methoden zu einem ganzheitlichen Produktionssystem zusammen.

IHK Koblenz MEP HQ Metall Orga

IHK Koblenz 02.2025

Wo entstehen Kosten.
Was machen sie bei einem Arbeitsunfall
Fragen zur SiFa
Budget überzogen am Jahresende, Budget ist noch über am jahresende
Wo entnehme ich Informationen zu Kosten. Controlling
Wie Motiviere ich Mitarbeiter sich an Arbeitssicherheit zu halten
Wie Kontrolliere ich ob MA sich an Arbeitssicherheit halten
Wer kommt wenn es einen Arbeitsunfall gab, wer geht bei der begehung dan mit.
Wie sehe ich das Investments sich auszahlen (ROI)

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Wo entstehen im Unternehmen Kosten und wodurch werden sie verursacht?

- Was tun Sie bei einem Arbeitsunfall?

- Welche Aufgaben hat die SiFa (Fachkraft für Arbeitssicherheit) und wie arbeiten Sie mit ihr zusammen?

- Was tun Sie, wenn Ihr Budget am Jahresende überzogen ist oder noch Mittel frei sind?

- Wo entnehmen Sie Informationen zu Kosten?

- Wie motivieren Sie Mitarbeiter, sich an Arbeitssicherheit zu halten?

- Wie kontrollieren Sie, ob Mitarbeiter sich an Arbeitssicherheitsregeln halten?

- Wer nimmt an einer Unfallbegehung teil?

- Wie erkennen Sie, ob sich ein Investment auszahlt? (ROI)

Lösungsvorschlag von BLH:

Wo entstehen im Unternehmen Kosten und wodurch werden sie verursacht?

Antwort:

Kosten entstehen überall dort, wo Ressourcen verbraucht werden. Typische Bereiche sind:

  • Personal (Löhne, Sozialkosten)

  • Material (Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe)

  • Maschinen & Anlagen (Abschreibung, Energie)

  • Verwaltung (Büro, IT, Management)

  • Logistik & Lager

  • Qualität (Prüfung, Ausschuss, Nacharbeit)

 

Kosten fallen immer dann an, wenn Arbeit, Material oder Energie eingesetzt werden, um Leistungen zu erzeugen.

Was tun Sie bei einem Arbeitsunfall?

Antwort:

  • Unfallstelle sichern

  • Erste Hilfe leisten

  • Rettungskette aktivieren (Notruf)

  • Betroffene betreuen

  • Unfall dokumentieren

  • BG-Unfallanzeige erstellen

  • Ursache analysieren

  • Maßnahmen zur Vermeidung zukünftiger Unfälle einleiten

  • Sicherheitsunterweisung aktualisieren

  • ggf. PSA überprüfen oder anpassen

 

Ziel: Mitarbeiter schützen und erneute Unfälle verhindern.

Welche Aufgaben hat die SiFa (Fachkraft für Arbeitssicherheit) und wie arbeiten Sie mit ihr zusammen?

Antwort:

Die SiFa berät den Arbeitgeber zu:

  • Gefährdungsbeurteilungen

  • Unfallprävention & Arbeitsschutzmaßnahmen

  • Unterweisungen

  • Analyse von Arbeitsunfällen

  • technische & ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen

 

Als Meister arbeite ich eng mit der SiFa zusammen, melde Gefährdungen, bespreche Maßnahmen und setze Schutzvorgaben im Team um.

Was tun Sie, wenn Ihr Budget am Jahresende überzogen ist oder noch Mittel frei sind?

Antwort:

Bei Budgetüberschreitung:

  • Ursachen analysieren (Mehrverbrauch, Preiserhöhung, Fehlplanung)

  • Maßnahmen einleiten (Einsparen, Priorisierung, Genehmigung einholen)

  • Transparente Kommunikation mit Controlling

 

Bei Budgetüberschüssen:

  • prüfen, ob sinnvolle Investitionen noch möglich sind (Werkzeuge, Schulungen, Ersatzteile)

  • zukünftige Bedarfe vorbereiten

  • Budget für Folgejahre strategisch planen

 

Wichtig ist Kostenbewusstsein und saubere Planung.

Wo entnehmen Sie Informationen zu Kosten?

Antwort:

  • Controlling-Berichte

  • Kostenstellenrechnung / BAB

  • Kostenträgerrechnung

  • ERP-Systeme (SAP, ProAlpha usw.)

  • Angebote und Rechnungen

  • Wirtschaftsplan und Budgetlisten

  • Rücksprache mit Controlling oder Buchhaltung

Diese Daten nutze ich für Planung, Entscheidungen und Wirtschaftlichkeitsbewertungen.

Wie motivieren Sie Mitarbeiter, sich an Arbeitssicherheit zu halten?

Antwort:

  • Vorleben von sicherem Verhalten

  • verständliche Unterweisungen mit Praxisbezug

  • positive Rückmeldungen bei sicherem Verhalten

  • Einbindung der Mitarbeiter in Sicherheitsverbesserungen

  • Meldesysteme für Beinaheunfälle

  • klare Regeln & Transparenz über Unfallfolgen

  • einfache Verfügbarkeit von PSA

 

Motivation entsteht durch Verständnis + Beteiligung + Vorbildfunktion.

Wie kontrollieren Sie, ob Mitarbeiter sich an Arbeitssicherheitsregeln halten?

Antwort:

  • regelmäßige Begehungen

  • Beobachtung im Arbeitsalltag

  • Checklisten & Prüfprotokolle

  • Kontrolle der PSA-Nutzung

  • Gespräche bei Abweichungen

  • Dokumentation

  • Zusammenarbeit mit SiFa & Betriebsrat

 

Wichtig: zuerst präventiv begleiten, nicht nur sanktionieren.

Wer nimmt an einer Unfallbegehung teil?

Antwort:

Typischerweise beteiligt:

  • Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa)

  • Betriebsarzt

  • Meister / Vorgesetzter

  • Betriebsrat

  • Betroffener / Zeugen

  • ggf. BG-Vertreter (bei schweren Unfällen)

 

Ziel: Unfallursachen ermitteln und Maßnahmen ableiten.

Wie erkennen Sie, ob sich ein Investment auszahlt? (ROI)

Antwort:

Der ROI (Return on Investment) zeigt, wie rentabel eine Investition ist.

Berechnung:

ROI=Gewinn / Investitionskosten ×100

 

Beispiele für Bewertung:

  • geringere Ausschusskosten

  • kürzere Rüstzeiten

  • höhere Produktivität

  • weniger Stillstände

  • geringerer Energieverbrauch

 

Je höher der ROI, desto wirtschaftlicher die Anschaffung.

IHK Koblenz 02.2026
Ich mache den Industriemeister Metall und hatte heute meine Mündliche Ergänzungsprüfung HQ im Bereich Orga!
IHK Koblenz

1. Ich musste als erstes die Beschäftigungsabweichung und die Verbrauchsabweichung berechnen.
2. Musste ich fragen zur Digitalisierung im Unternehmen beantworten. Wie speicher ich die Daten und gehen mit diesen um.
3. Ein MA geht Ende des Jahres in Rente wie ist da meine Vorgehensweise. Stellenbeschreibung und Bewerbungen was mache ich mit den Bewerbungsunterlagen wo bewahre ich diese als Meister auf.

 

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Was bedeutet Digitalisierung im Unternehmen und welche Vorteile bringt sie?

-Welche Risiken gibt es bei der Digitalisierung?

-Wie speichert man Daten im Unternehmen richtig und wie geht man verantwortungsvoll damit um?

-Was muss man beim Speichern personenbezogener Daten beachten und warum sind Zugriffsrechte wichtig?

-Welche Maßnahmen erhöhen die Datensicherheit?

-Wie kann Digitalisierung in der Produktion und im administrativen Bereich aussehen?

-Ein Mitarbeiter geht Ende des Jahres in Rente. Wie ist die Vorgehensweise als Meister?

-Warum ist eine rechtzeitige Nachfolgeplanung wichtig und was macht man mit dem Wissen des Mitarbeiters?

-Was ist eine Stellenbeschreibung und warum ist sie bei einer Nachbesetzung wichtig?

-Was ist der Unterschied zwischen Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil?

-Wie geht man mit Bewerbungen für die Nachfolge um und was muss ein Meister mit Bewerbungsunterlagen beachten?

-Wie lange dürfen Bewerbungsunterlagen aufbewahrt werden und wann dürfen sie länger gespeichert werden?

-Was ist beim Auswahlgespräch zu beachten?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was bedeutet Digitalisierung im Unternehmen und welche Vorteile bringt sie?

Antwort:
Digitalisierung im Unternehmen bedeutet, dass Informationen, Abläufe und Prozesse digital erfasst, gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden.

Das betrifft zum Beispiel Produktion, Lager, Einkauf, Personal, Verwaltung, Qualitätssicherung und Instandhaltung.

Beispiele für digitale Daten im Unternehmen:

  • Kundendaten

  • Auftragsdaten

  • Lagerbestände

  • Maschinendaten

  • Produktionsdaten

  • Qualitätsdaten

  • Wartungsdaten

  • Personaldaten

  • Zeiterfassung

  • Rechnungen und Lieferscheine

Vorteile der Digitalisierung sind:

  • schnellere Abläufe

  • weniger Papier

  • bessere Übersicht

  • weniger Suchzeiten

  • weniger Doppeleingaben

  • bessere Auswertungen

  • schnellere Kommunikation

  • bessere Planung von Material, Personal und Maschinen

  • mehr Transparenz im Betrieb


Welche Risiken gibt es bei der Digitalisierung?

Antwort:
Digitalisierung bringt auch Risiken mit sich. Daten können verloren gehen, falsch gespeichert werden oder in falsche Hände geraten. Außerdem kann es technische Störungen oder Angriffe von außen geben.

Mögliche Risiken sind:

  • Datenverlust

  • unbefugter Zugriff

  • Cyberangriffe

  • falsche oder veraltete Daten

  • Systemausfälle

  • Datenschutzverstöße

  • Abhängigkeit von Software und IT-Systemen

  • fehlende Schulung der Mitarbeiter

Deshalb reicht es nicht, Daten einfach digital zu speichern. Sie müssen auch richtig geschützt, gepflegt und organisiert werden.


Wie speichert man Daten im Unternehmen richtig und wie geht man verantwortungsvoll damit um?

Antwort:
Daten sollten im Unternehmen strukturiert, sicher und nachvollziehbar gespeichert werden. Wichtig ist, dass nur berechtigte Personen Zugriff haben und dass Daten nicht verloren gehen.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • klare Ordnerstruktur oder geeignetes Softwaresystem

  • eindeutige Dateinamen

  • regelmäßige Datensicherung

  • Zugriffsrechte festlegen

  • Passwörter schützen

  • Software aktuell halten

  • Daten nur für den vorgesehenen Zweck verwenden

  • veraltete oder falsche Daten korrigieren

  • nicht benötigte Daten löschen

  • Mitarbeiter zum Datenschutz unterweisen

 

Verantwortungsvoller Umgang mit Daten bedeutet:
Man speichert nur Daten, die wirklich benötigt werden. Man gibt Daten nicht unbefugt weiter und achtet darauf, dass vertrauliche Informationen geschützt bleiben.


Was muss man beim Speichern personenbezogener Daten beachten und warum sind Zugriffsrechte wichtig?

Antwort:
Personenbezogene Daten sind Daten, mit denen eine Person direkt oder indirekt identifiziert werden kann.

Beispiele:

  • Name

  • Adresse

  • Geburtsdatum

  • Telefonnummer

  • E-Mail-Adresse

  • Personalnummer

  • Bankdaten

  • Krankmeldungen

  • Bewerbungsunterlagen

 

Beim Speichern personenbezogener Daten muss man besonders sorgfältig sein. Es dürfen nur die Daten gespeichert werden, die für einen bestimmten Zweck notwendig sind. Außerdem müssen sie vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.

 

Wichtig ist:

  • nur notwendige Daten speichern

  • Zweck der Speicherung beachten

  • Zugriff nur für berechtigte Personen

  • Daten nicht offen herumliegen lassen

  • Daten sicher löschen, wenn sie nicht mehr benötigt werden

  • Datenschutzvorgaben einhalten

 

Zugriffsrechte sind wichtig, weil nicht jeder Mitarbeiter alle Daten sehen darf. Ein Meister braucht zum Beispiel bestimmte Informationen für die Planung, aber nicht automatisch Zugriff auf alle vertraulichen Personaldaten.


Welche Maßnahmen erhöhen die Datensicherheit?

Antwort:
Datensicherheit wird durch technische und organisatorische Maßnahmen erhöht.

Technische Maßnahmen:

  • starke Passwörter

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung

  • Firewalls

  • Virenschutz

  • regelmäßige Updates

  • Backups

  • Verschlüsselung

  • sichere Server oder Cloudsysteme

Organisatorische Maßnahmen:

  • Zugriffsrechte festlegen

  • Mitarbeiter schulen

  • klare Regeln zur Datennutzung

  • keine Passwörter weitergeben

  • vertrauliche Unterlagen nicht offen liegen lassen

  • Berechtigungen regelmäßig prüfen

  • Datenschutzbeauftragten einbeziehen, wenn nötig

 

Wie kann Digitalisierung in der Produktion und im administrativen Bereich aussehen?

Antwort:
In der Produktion kann Digitalisierung bedeuten, dass Maschinen, Anlagen und Arbeitsplätze digital miteinander verbunden werden.

Beispiele in der Produktion:

  • Maschinendaten erfassen

  • digitale Arbeitspläne

  • digitale Prüfprotokolle

  • RFID zur Materialverfolgung

  • automatische Lagerbestände

  • Predictive Maintenance

  • digitale Wartungsplanung

  • BDE oder MES-Systeme

  • vernetzte Maschinen

  • Qualitätsdaten digital auswerten

Im administrativen Bereich geht es um Büro- und Verwaltungsprozesse.

  • Beispiele im administrativen Bereich:

  • digitale Rechnungen

  • digitale Personalakten

  • digitale Urlaubsanträge

  • Zeiterfassungssysteme

  • automatische Bestellvorschläge

  • ERP-Systeme

  • digitale Freigabeprozesse

  • E-Mail-Vorlagen

  • digitale Archivierung

  • Auswertungen mit Tabellen oder Software

Der Vorteil ist, dass Informationen schneller verfügbar sind und Abläufe besser geplant werden können.


Ein Mitarbeiter geht Ende des Jahres in Rente. Wie ist die Vorgehensweise als Meister?

Antwort:
Wenn ein Mitarbeiter Ende des Jahres in Rente geht, sollte der Meister frühzeitig planen. Ziel ist, dass Wissen, Aufgaben und Verantwortung rechtzeitig übergeben werden und keine Lücke im Betrieb entsteht.

Mögliche Vorgehensweise:

1. Personalbedarf prüfen
Wird die Stelle wieder benötigt oder ändern sich die Aufgaben?

2. Aufgaben analysieren
Welche Tätigkeiten übernimmt der Mitarbeiter aktuell?

3. Wissen sichern
Erfahrungen, Sonderfälle, Maschineneinstellungen, Kontakte und Arbeitsabläufe dokumentieren.

4. Stellenbeschreibung prüfen oder erstellen
Aufgaben, Verantwortung, Befugnisse und Anforderungen festlegen.

5. Anforderungsprofil erstellen
Welche Qualifikation, Erfahrung und Fähigkeiten braucht die Nachfolge?

6. Rücksprache mit Personalabteilung und Vorgesetzten halten
Klären, ob intern oder extern gesucht wird.

7. Nachfolge suchen und auswählen
Bewerbungen prüfen, Gespräche führen und geeignete Person auswählen.

8. Einarbeitung planen
Übergabezeit, Schulungen und praktische Einweisung festlegen.

9. Übergabe kontrollieren
Prüfen, ob die neue Person die Aufgaben sicher übernehmen kann.


Warum ist eine rechtzeitige Nachfolgeplanung wichtig und was macht man mit dem Wissen des Mitarbeiters?

Antwort:
Eine rechtzeitige Nachfolgeplanung ist wichtig, damit die Arbeit ohne große Störung weiterlaufen kann. Wenn man zu spät beginnt, gehen Erfahrung und Fachwissen verloren.

Das Wissen des Mitarbeiters sollte gesichert werden durch:

  • Übergabegespräche

  • Checklisten

  • Arbeitsanweisungen

  • Dokumentation besonderer Abläufe

  • Maschineneinstellungen aufschreiben

  • typische Störungen und Lösungen sammeln

  • Nachfolger praktisch einarbeiten lassen

  • gemeinsames Arbeiten vor Renteneintritt

Besonders wichtig ist Erfahrungswissen, das nicht immer in Unterlagen steht. Dazu gehören Tricks, typische Fehler, wichtige Ansprechpartner oder besondere Kundenvorgaben.


Was ist eine Stellenbeschreibung und warum ist sie bei einer Nachbesetzung wichtig?

Antwort:
Eine Stellenbeschreibung beschreibt eine bestimmte Stelle im Betrieb. Sie legt fest, welche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse zu dieser Stelle gehören.

In eine Stellenbeschreibung gehören:

  • Stellenbezeichnung

  • Ziel der Stelle

  • Hauptaufgaben

  • Nebenaufgaben

  • Verantwortlichkeiten

  • Befugnisse

  • Vorgesetzte Stelle

  • unterstellte Mitarbeiter

  • Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen

  • Vertretungsregelung

Bei einer Nachbesetzung ist sie wichtig, weil klar sein muss, welche Aufgaben die neue Person übernehmen soll. Dadurch kann man gezielter suchen und später besser einarbeiten.


Was ist der Unterschied zwischen Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil?

Antwort:
Die Stellenbeschreibung beschreibt die Stelle selbst.

Sie beantwortet die Frage:

Was gehört zu dieser Stelle?

Das Anforderungsprofil beschreibt die Anforderungen an die Person, die diese Stelle ausfüllen soll.

Es beantwortet die Frage:

Was muss die Person können?

Zum Anforderungsprofil gehören zum Beispiel:

  • Ausbildung

  • Berufserfahrung

  • Fachkenntnisse

  • Maschinenkenntnisse

  • IT-Kenntnisse

  • Zuverlässigkeit

  • Teamfähigkeit

  • Selbstständigkeit

  • körperliche Eignung, falls erforderlich

 

Kurz gesagt:

Stellenbeschreibung = Aufgaben und Verantwortung der Stelle
Anforderungsprofil = Fähigkeiten und Eigenschaften der Person


Wie geht man mit Bewerbungen für die Nachfolge um und was muss ein Meister mit Bewerbungsunterlagen beachten?

Antwort:
Bewerbungen müssen vertraulich behandelt werden. Als Meister darf man Bewerbungsunterlagen nur verwenden, wenn man am Auswahlverfahren beteiligt ist und die Unterlagen für diese Aufgabe benötigt.

Wichtig ist:

  • Bewerbungen nicht offen herumliegen lassen

  • Unterlagen nicht an unberechtigte Personen weitergeben

  • nur für die Bewerberauswahl verwenden

  • digital sicher speichern

  • Papierunterlagen sicher aufbewahren

  • nach Abschluss des Verfahrens datenschutzgerecht behandeln

Bewerbungsunterlagen gehören nicht auf den offenen Schreibtisch, nicht in frei zugängliche Ordner und nicht in private Ablagen. Sie sollten in der Personalabteilung, in einem geschützten Bewerbermanagementsystem oder in einem verschlossenen Bereich aufbewahrt werden.


Wie lange dürfen Bewerbungsunterlagen aufbewahrt werden und wann dürfen sie länger gespeichert werden?

Antwort:
Bewerbungsunterlagen abgelehnter Bewerber dürfen nur so lange aufbewahrt werden, wie es für das Bewerbungsverfahren und mögliche rechtliche Nachweise notwendig ist. In der Praxis werden sie häufig noch einige Monate aufbewahrt, zum Beispiel wegen möglicher Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

Danach müssen sie gelöscht oder vernichtet werden.

Länger gespeichert werden dürfen Bewerbungsunterlagen nur, wenn es dafür einen berechtigten Grund gibt oder der Bewerber ausdrücklich einverstanden ist.

Beispiel:
Der Bewerber stimmt zu, dass seine Unterlagen für einen Bewerberpool gespeichert werden.

Die Bewerbungsunterlagen des eingestellten Bewerbers werden Teil der Personalakte. Auch dort dürfen nur notwendige Unterlagen gespeichert werden.


Was ist beim Auswahlgespräch zu beachten?

Antwort:
Beim Auswahlgespräch sollte der Meister sachlich, vorbereitet und fair vorgehen. Die Fragen müssen zur Stelle passen und dürfen nicht diskriminierend sein.

Wichtig ist:

  • Gespräch vorbereiten

  • Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil kennen

  • fachliche Fragen zur Stelle stellen

  • gleiche Grundfragen für Bewerber verwenden

  • auf Qualifikation, Erfahrung und Eignung achten

  • keine unzulässigen privaten Fragen stellen

  • Antworten dokumentieren

  • Bewerber respektvoll behandeln

  • Datenschutz beachten

 

Unzulässig oder problematisch sind Fragen, die nichts mit der Stelle zu tun haben und Bewerber benachteiligen könnten, zum Beispiel private Familienplanung, Religion, politische Meinung oder Gesundheitsdaten, wenn sie für die Tätigkeit nicht relevant sind.

Das Ziel ist, die Person auszuwählen, die fachlich und persönlich am besten zur Stelle passt.

IHK Konstanz MEP HQ Metall Orga

IHK Konstanz 02.2026
Ich ging zur Orga MEP mit 31 Pkt aus der schriftlichen Prüfung. War gut vorbereitet und hatte nichts zu verlieren.

 

Themen in Orga:
-AV = Arbeitsvorbereitung
-Stop-Prinzip
-Gefährdungsbeurteilung, wer erstellt diese?
-Aufgaben einer Sicherheitsbeauftragter
-Aufgaben einer Arbeitskraft für Sicherheit
-Delegation (Was darf ein Meister delegieren) Umgang mit Azubis
-BAB und daraus folgende Erkenntnisse und Entscheidungen eines Meister
-Brandschutzbeauftragter (darf das jeder machen?)
-Bilanzen (einfache Aufstellung der Bilanzen reichte nicht. Man musste tief ins Detail und speziell die Passiva nach Wichtigkeit und Dringlichkeit ordnen
-Was ist BWL und VWL und für was steht das + Beispiele nennen.

Ergebnis: 90 Pkt bekommen und durch! Egal wie viel Pkt ihr aus der schriftlichen holt: probiert es. Die Prüfer waren wirklich sehr freundlich und haben mir auch dementsprechend die Nervosität genommen. Ich hab mich nie wirklich in einer Prüfung gefühlt - es war gefühlt wie ein Gespräch. Aber Vorsicht: Gespräch ist ein Austausch wo man auch etwas erzählen kann. Wenn das nicht der Fall ist, lässt sich schwer ein Gespräch schwer gestalten.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Was bedeutet AV, welche Aufgaben hat die Arbeitsvorbereitung und warum ist sie wichtig?

-Was bedeutet das STOP-Prinzip und welche Schutzmaßnahmen gehören dazu?

-Was ist der Unterschied zwischen TOP und STOP?

-Was ist eine Gefährdungsbeurteilung, wer erstellt sie und welche Rolle kann der Meister dabei haben?

-Welche Aufgaben hat ein Sicherheitsbeauftragter und was ist der Unterschied zur Fachkraft für Arbeitssicherheit?

-Was darf ein Meister delegieren, was darf er nicht einfach delegieren und was muss beim Delegieren beachtet werden?

-Was muss ein Meister beim Umgang mit Azubis beachten?

-Was ist ein BAB, welche Erkenntnisse liefert er und welche Entscheidungen kann ein Meister daraus ableiten?

-Was sind Haupt- und Nebenkostenstellen im BAB?

-Welche Aufgaben hat ein Brandschutzbeauftragter, darf jeder Brandschutzbeauftragter werden und ist er allein verantwortlich?

-Was ist eine Bilanz und was steht auf der Aktiv- und Passivseite?

-Wie kann man die Passiva nach Wichtigkeit und Dringlichkeit erklären und warum ist die Passivseite für einen Meister wichtig?

-Was bedeuten BWL und VWL, worin liegt der Unterschied und welche Beispiele gibt es?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was bedeutet AV, welche Aufgaben hat die Arbeitsvorbereitung und warum ist sie wichtig?

Antwort:
AV bedeutet Arbeitsvorbereitung. Die Arbeitsvorbereitung plant, wie ein Auftrag technisch, organisatorisch und wirtschaftlich ausgeführt werden soll.

Typische Aufgaben der Arbeitsvorbereitung sind:

  • Arbeitspläne erstellen

  • Fertigungsabläufe planen

  • Materialbedarf ermitteln

  • Werkzeuge und Vorrichtungen festlegen

  • Maschinen einplanen

  • Personalbedarf berücksichtigen

  • Fertigungszeiten planen

  • Termine vorbereiten

  • Kosten und Kapazitäten beachten

Die Arbeitsvorbereitung ist wichtig, weil sie dafür sorgt, dass ein Auftrag möglichst reibungslos gefertigt werden kann. Ohne gute Arbeitsvorbereitung fehlen eventuell Material, Werkzeuge, Maschinenkapazitäten oder klare Arbeitsanweisungen. Das führt zu Stillständen, Fehlern, Terminproblemen und unnötigen Kosten.

Einfach gesagt:

AV klärt: Was wird gemacht, womit wird es gemacht, wer macht es, wann wird es gemacht und wie wird es gemacht?


Was bedeutet das STOP-Prinzip und welche Schutzmaßnahmen gehören dazu?

Antwort:
Das STOP-Prinzip beschreibt die Reihenfolge von Schutzmaßnahmen im Arbeitsschutz.

  • S = Substitution

  • T = Technische Maßnahmen

  • O = Organisatorische Maßnahmen

  • P = Personenbezogene Maßnahmen

 

Die Reihenfolge ist wichtig, weil zuerst die Gefährdung möglichst beseitigt oder verringert werden soll, bevor man sich nur auf persönliche Schutzausrüstung verlässt.

Substitution bedeutet, dass eine Gefahr durch eine ungefährlichere Lösung ersetzt wird.

Beispiele:

  • Ein gefährlicher Gefahrstoff wird durch einen weniger gefährlichen Stoff ersetzt.

  • Ein lautes Verfahren wird durch ein leiseres Verfahren ersetzt.

  • Ein schweres manuelles Heben wird durch eine Hebehilfe ersetzt.

Technische Maßnahmen wirken direkt an der Gefahrenquelle.

Beispiele:
Schutzhaube, Absaugung, Einhausung, Lichtschranke, Not-Aus, Schutzgitter, Zweihandbedienung.

Organisatorische Maßnahmen regeln den sicheren Ablauf.

Beispiele:
Arbeitsanweisung, Unterweisung, Wartungsplan, Zutrittsbeschränkung, getrennte Verkehrswege, Pausenregelung, klare Zuständigkeiten.

Personenbezogene Maßnahmen betreffen den einzelnen Mitarbeiter.

Beispiele:
Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, Handschuhe, Helm, Atemschutz.


Was ist der Unterschied zwischen TOP und STOP?

Antwort:
Beim TOP-Prinzip gibt es drei Stufen:

  • Technisch

  • Organisatorisch

  • Personenbezogen

 

Beim STOP-Prinzip kommt davor noch die Substitution.

 

Der Unterschied ist also:
STOP prüft zuerst, ob die Gefährdung ersetzt oder ganz vermieden werden kann.
TOP beginnt direkt mit technischen Schutzmaßnahmen.


Was ist eine Gefährdungsbeurteilung, wer erstellt sie und welche Rolle kann der Meister dabei haben?

Antwort:
Eine Gefährdungsbeurteilung ist eine systematische Prüfung der Arbeitsbedingungen. Dabei wird ermittelt, welche Gefährdungen für Mitarbeiter bestehen und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Der Ablauf ist meistens:

  • Arbeitsbereich oder Tätigkeit festlegen

  • Gefährdungen ermitteln

  • Risiken bewerten

  • Schutzmaßnahmen nach STOP oder TOP festlegen

  • Maßnahmen umsetzen

  • Wirksamkeit kontrollieren

  • Ergebnisse dokumentieren

  • bei Änderungen aktualisieren

Verantwortlich ist der Arbeitgeber. Er kann Fachkräfte einbeziehen, zum Beispiel die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt, Führungskräfte oder Meister.

Der Meister kann eine wichtige Rolle haben, weil er die Arbeitsplätze, Maschinen, Abläufe und Mitarbeiter gut kennt. Er kann Gefährdungen erkennen, praktische Schutzmaßnahmen vorschlagen, Unterweisungen durchführen und kontrollieren, ob die Maßnahmen im Alltag eingehalten werden.


Welche Aufgaben hat ein Sicherheitsbeauftragter und was ist der Unterschied zur Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Antwort:
Ein Sicherheitsbeauftragter ist meistens ein Mitarbeiter aus dem Betrieb, der zusätzlich auf Arbeitssicherheit achtet. Er unterstützt vor Ort, erkennt Gefahren, meldet Mängel und spricht Kollegen auf unsicheres Verhalten an.

Typische Aufgaben sind:

  • auf Gefahren achten

  • Mängel melden

  • Kollegen für Arbeitsschutz sensibilisieren

  • auf richtige Nutzung von Schutzmaßnahmen achten

  • bei Sicherheitsfragen unterstützen

Ein Sicherheitsbeauftragter hat normalerweise keine Weisungsbefugnis. Er unterstützt also, trägt aber nicht die Gesamtverantwortung.

Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit ist speziell ausgebildet und berät den Arbeitgeber fachlich beim Arbeitsschutz. Sie unterstützt zum Beispiel bei Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen, Unterweisungen, Unfallanalysen und technischen Schutzmaßnahmen.

Der Unterschied ist:

Sicherheitsbeauftragter: unterstützt direkt im Arbeitsbereich, meist neben seiner normalen Tätigkeit.
Fachkraft für Arbeitssicherheit: fachlich ausgebildete Beratungsfunktion für den gesamten Arbeitsschutz.


Was darf ein Meister delegieren, was darf er nicht einfach delegieren und was muss beim Delegieren beachtet werden?

Antwort:
Delegieren bedeutet, dass ein Meister eine Aufgabe mit klaren Vorgaben an einen geeigneten Mitarbeiter überträgt.

Delegieren kann ein Meister zum Beispiel:

  • Routineaufgaben

  • Kontrollaufgaben

  • einfache organisatorische Aufgaben

  • Vorbereitung von Material oder Werkzeugen

  • Teilaufgaben in der Fertigung

  • Dokumentationen

  • einfache Verbesserungsaufgaben

Nicht einfach delegieren sollte er:

  • disziplinarische Entscheidungen

  • Abmahnungen oder Kündigungsvorbereitungen

  • vertrauliche Mitarbeitergespräche

  • Beurteilungen

  • wichtige Führungsentscheidungen

  • Aufgaben, für die der Mitarbeiter nicht geeignet oder nicht unterwiesen ist

  • gefährliche Tätigkeiten ohne Qualifikation, Schutzmaßnahmen und Aufsicht

Beim Delegieren muss beachtet werden:

  • geeigneten Mitarbeiter auswählen

  • Aufgabe klar erklären

  • Ziel festlegen

  • Termin nennen

  • Befugnisse klären

  • Arbeitsmittel und Informationen bereitstellen

  • Rückmeldung vereinbaren

  • Ergebnis kontrollieren

Wichtig ist:
Der Meister kann Aufgaben übertragen, aber seine Führungs- und Kontrollverantwortung bleibt bestehen.


Was muss ein Meister beim Umgang mit Azubis beachten?

Antwort:
Bei Azubis muss der Meister besonders auf Ausbildungsziel, Eignung, Aufsicht und Schutz achten. Azubis sind im Betrieb, um einen Beruf zu lernen. Deshalb dürfen ihnen Aufgaben nur übertragen werden, wenn sie zur Ausbildung passen und sie nicht überfordern.

Wichtig ist:

  • Aufgaben müssen dem Ausbildungsziel dienen

  • Azubis müssen verständlich eingewiesen werden

  • Gefahren müssen erklärt werden

  • Unterweisungen müssen durchgeführt werden

  • Aufsicht muss je nach Erfahrung und Gefährdung gewährleistet sein

  • Jugendarbeitsschutz beachten, wenn der Azubi minderjährig ist

  • keine gefährlichen Arbeiten ohne Eignung, Unterweisung und Aufsicht

  • keine ausbildungsfremden Daueraufgaben

Ein Meister muss also dafür sorgen, dass Azubis lernen, aber dabei nicht gefährdet oder ausgenutzt werden.


Was ist ein BAB, welche Erkenntnisse liefert er und welche Entscheidungen kann ein Meister daraus ableiten?

Antwort:
BAB bedeutet Betriebsabrechnungsbogen. Er ist ein Hilfsmittel der Kostenrechnung. Mit dem BAB werden Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt und Zuschlagssätze berechnet.

Der BAB zeigt:

  • wo Gemeinkosten entstehen

  • welche Kostenstellen besonders hohe Kosten verursachen

  • wie hoch Material-, Fertigungs-, Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind

  • welche Zuschlagssätze für die Kalkulation verwendet werden

  • ob Kosten von Planwerten abweichen

Ein Meister kann daraus ableiten:

  • wo Kosten gesenkt werden können

  • ob in der Fertigung zu hohe Gemeinkosten entstehen

  • ob Energie, Instandhaltung oder Ausschuss auffällig sind

  • ob Abläufe verbessert werden müssen

  • ob Maschinen, Personal oder Material wirtschaftlicher eingesetzt werden können

Der BAB hilft also nicht nur der Buchhaltung, sondern auch bei wirtschaftlichen Entscheidungen in der Produktion.


Was sind Haupt- und Nebenkostenstellen im BAB?

Antwort:
Hauptkostenstellen sind Kostenstellen, die direkt in die Kalkulation eingehen.

Typische Hauptkostenstellen sind:

  • Material

  • Fertigung

  • Verwaltung

  • Vertrieb

Nebenkostenstellen unterstützen andere Kostenstellen. Ihre Kosten werden zuerst gesammelt und später auf Hauptkostenstellen umgelegt.

Beispiele für Nebenkostenstellen sind:

  • Instandhaltung

  • Energieversorgung

  • Werkzeugausgabe

  • Fuhrpark

  • Kantine

  • Lager

Der Unterschied ist:

Hauptkostenstellen werden direkt für Zuschlagssätze genutzt.
Nebenkostenstellen werden auf Hauptkostenstellen verteilt.


Welche Aufgaben hat ein Brandschutzbeauftragter, darf jeder Brandschutzbeauftragter werden und ist er allein verantwortlich?

Antwort:
Ein Brandschutzbeauftragter unterstützt und berät den Arbeitgeber beim betrieblichen Brandschutz.

Typische Aufgaben sind:

  • Brandgefahren erkennen

  • Brandschutzordnung mitgestalten

  • Flucht- und Rettungswege kontrollieren

  • Feuerlöscheinrichtungen prüfen lassen

  • Mitarbeiter zum Brandschutz sensibilisieren

  • Brandschutzübungen unterstützen

  • bei Begehungen mitwirken

  • Mängel melden

  • vorbeugenden Brandschutz verbessern

Nicht jeder sollte einfach Brandschutzbeauftragter werden. Die Person muss geeignet sein und eine entsprechende Ausbildung oder Qualifikation besitzen. Sie sollte zuverlässig sein, den Betrieb kennen und Brandschutzthemen verstehen.

Der Brandschutzbeauftragte ist nicht allein verantwortlich für den Brandschutz. Die Gesamtverantwortung bleibt beim Arbeitgeber beziehungsweise Unternehmer. Der Brandschutzbeauftragte unterstützt und berät, nimmt dem Arbeitgeber die Verantwortung aber nicht vollständig ab.


Was ist eine Bilanz und was steht auf der Aktiv- und Passivseite?

Antwort:
Eine Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag.

Die Bilanz hat zwei Seiten:

Aktivseite
Sie zeigt, wofür das Kapital verwendet wurde. Man spricht auch von Vermögensverwendung.

Auf der Aktivseite stehen zum Beispiel:

  • Grundstücke

  • Gebäude

  • Maschinen

  • Fuhrpark

  • Vorräte

  • Forderungen

  • Bankguthaben

  • Kasse

Passivseite
Sie zeigt, woher das Kapital kommt. Man spricht auch von Kapitalherkunft.

Auf der Passivseite stehen zum Beispiel:

  • Eigenkapital

  • Rückstellungen

  • Darlehen

  • Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten

  • sonstige Schulden

Einfach gesagt:

Aktiva = Was hat das Unternehmen?
Passiva = Wie wurde es finanziert?


Wie kann man die Passiva nach Wichtigkeit und Dringlichkeit erklären und warum ist die Passivseite für einen Meister wichtig?

Antwort:
Die Passivseite zeigt, welche finanziellen Verpflichtungen ein Unternehmen hat und wie stabil die Finanzierung ist.

Nach Dringlichkeit kann man Passiva vereinfacht so ordnen:

kurzfristige Verbindlichkeiten
besonders dringend, weil sie bald bezahlt werden müssen.

Beispiele:
Lieferantenrechnungen, kurzfristige Kredite, Steuerschulden.

Rückstellungen
wichtig, weil sie für erwartete Verpflichtungen gebildet werden.

Beispiele:
Prozessrisiken, Garantiefälle, Instandhaltungen, Urlaub.

langfristige Darlehen
weniger kurzfristig dringend, aber wichtig für die langfristige Finanzierung.

Eigenkapital
nicht sofort fällig, aber besonders wichtig für Stabilität und Unabhängigkeit des Unternehmens.

Besonders wichtig sind kurzfristige Verbindlichkeiten, weil sie die Zahlungsfähigkeit direkt beeinflussen. Eigenkapital ist wichtig, weil es zeigt, wie solide das Unternehmen finanziert ist.

Für einen Meister ist die Passivseite wichtig, weil finanzielle Lage und Kapitalstruktur Auswirkungen auf den Betrieb haben können. Wenn ein Unternehmen hohe Schulden oder wenig Liquidität hat, kann das Investitionen, Personal, Instandhaltung oder Materialbeschaffung beeinflussen.


Was bedeuten BWL und VWL, worin liegt der Unterschied und welche Beispiele gibt es?

Antwort:
BWL bedeutet Betriebswirtschaftslehre. Sie betrachtet das einzelne Unternehmen.

Typische Themen der BWL sind:

  • Kosten

  • Gewinn

  • Investitionen

  • Finanzierung

  • Einkauf

  • Produktion

  • Personal

  • Marketing

  • Kalkulation

Beispiel für BWL:
Ein Unternehmen prüft, ob sich der Kauf einer neuen Maschine lohnt.

VWL bedeutet Volkswirtschaftslehre. Sie betrachtet die gesamte Wirtschaft oder große wirtschaftliche Zusammenhänge.

Typische Themen der VWL sind:

  • Angebot und Nachfrage

  • Arbeitslosigkeit

  • Inflation

  • Wirtschaftswachstum

  • Konjunktur

  • Außenhandel

  • Staat und Wirtschaftspolitik

Beispiel für VWL:
Steigende Energiepreise erhöhen die Produktionskosten vieler Unternehmen und beeinflussen die gesamte Wirtschaft.

Der Unterschied ist also:

BWL = Blick auf ein einzelnes Unternehmen
VWL = Blick auf die gesamte Wirtschaft

IHK Lahn-Dill MEP HQ Metall Orga

IHK Lahn Dill/ Standort Wetzlar 07.2023

MEP Orga für Industriemeister Metall

-BAB erläutern
-Maßnahmen die zu treffen sind wenn neue Maschine geliefert wird
-wie kann man Asi im Betrieb gewährleisten/ Sifa, Si.-berauftragter
-Kapazitätsbedarf/ - bestand erläutern
- Arbeitsplan und Auftragsplan erläutern

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Was ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB), wie ist er aufgebaut und wofür wird er genutzt?

- Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, wenn eine neue Maschine geliefert wird?

- Wie stellen Sie Arbeitssicherheit im Betrieb sicher und welche Rollen haben die SiFa und der Sicherheitsbeauftragte?

- Was versteht man unter Kapazitätsbedarf und Kapazitätsbestand?

- Was ist ein Arbeitsplan und was ist ein Auftragsplan?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB), wie ist er aufgebaut und wofür wird er genutzt?

Antwort:

Der BAB ist ein zentrales Instrument der Kostenstellenrechnung.
Er zeigt, wo im Unternehmen Kosten entstehen, und verteilt die Gemeinkosten auf die jeweiligen Bereiche.

 

Aufbau:

  • Kostenarten (Material, Löhne, Energie, Verwaltung)

  • Kostenstellen (Fertigung, Lager, Verwaltung, Instandhaltung)

  • Verteilungsschlüssel (m², Maschinenstunden, Mitarbeiterzahl)

  • Berechnung der Gemeinkostenzuschläge für die Kalkulation

 

Zweck:
Der BAB sorgt für Transparenz, ermöglicht eine genaue Produktkalkulation und zeigt, welche Bereiche kostenintensiv sind.

Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, wenn eine neue Maschine geliefert wird?

Antwort:

  • Dokumentation prüfen (CE-Kennzeichnung, Betriebsanleitung, EG-Konformität)

  • Aufstellbedingungen kontrollieren (Fundament, Tragfähigkeit, Schwingungen, Platzbedarf)

  • Medienversorgung prüfen (Strom, Druckluft, Kühlmittel, Absaugung)

  • Sicherheitsfunktionen testen (Not-Aus, Verriegelungen, Schutzhauben)

  • Probebetrieb / Funktionsprüfung

  • Abnahmeprotokoll erstellen

  • Mitarbeiter unterweisen

  • Wartungsplan anlegen

 

Ziel: Rechtskonforme, sichere und funktionierende Maschine im Betrieb.

Wie stellen Sie Arbeitssicherheit im Betrieb sicher und welche Rollen haben die SiFa und der Sicherheitsbeauftragte?

Antwort:

Maßnahmen zur Arbeitssicherheit:

  • Gefährdungsbeurteilungen durchführen

  • Unterweisungen regelmäßig organisieren

  • PSA bereitstellen und deren Nutzung kontrollieren

  • Arbeitsplätze und Maschinen sicher gestalten

  • Begehungen durchführen

  • Unfälle dokumentieren und analysieren

 

SiFa (Fachkraft für Arbeitssicherheit):
Berät Arbeitgeber und Meister zu technischen, organisatorischen und ergonomischen Sicherheitsthemen. Unterstützt bei Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Unfallanalyse.

 

Sicherheitsbeauftragter:
Unterstützt den Meister, achtet im Alltag auf sicheres Verhalten, meldet Gefahren und wirkt als „Sicherheitsmultiplikator“ im Team.

Was versteht man unter Kapazitätsbedarf und Kapazitätsbestand?

Antwort:

  • Kapazitätsbedarf:
    Die benötigte Arbeits- oder Maschinenzeit, um die geplanten Aufträge zu erfüllen.
    Grundlage: Fertigungsmenge × Bearbeitungszeit.

  • Kapazitätsbestand:
    Die tatsächlich verfügbare Zeit einer Maschine oder eines Mitarbeiters.
    Berücksichtigt werden: Schichten, Pausen, Stillstände, Wartung.

 

Wenn Bedarf > Bestand → Überlast, Maßnahmen notwendig (Überstunden, Zusatzschicht, Outsourcing).
Wenn Bestand > Bedarf → Unterlast, ineffiziente Auslastung.

Was ist ein Arbeitsplan und was ist ein Auftragsplan?

Antwort:

Arbeitsplan:
Dokument, das den technischen Ablauf der Fertigung beschreibt:

  • Arbeitsschritte

  • Fertigungsreihenfolge

  • Maschinen & Werkzeuge

  • Rüst- und Stückzeiten

  • Prüfungen und Qualitätsanforderungen

Dient der Planung, Steuerung und Kalkulation der Fertigung.

 

Auftragsplan:
Bezieht sich auf einen konkreten Kunden- oder Fertigungsauftrag.
Enthält:

  • Terminplanung

  • Materialbedarf

  • Ressourcen (Mitarbeiter, Maschinen)

  • Prioritäten

  • Mengen und Liefertermine

Er steuert, wann und wie ein Auftrag durch die Fertigung läuft.

IHK Lahn Dill/ Standort Wetzlar 07.2023

MEP Orga für Industriemeister Metall

Es ging um die Pflichten es AG. In Sachen Arbeitsschutz.
Reduzierung von Kosten bei der Lagerhaltung.
ABC -Analyse und was A- Teile in der Fertigung bedeuten.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Welche Pflichten hat der Arbeitgeber im Bereich Arbeitsschutz und welche Aufgaben hat der Meister dabei?

- Wie können die Lagerhaltungskosten im Unternehmen reduziert werden?

- Was ist die ABC-Analyse und welche Bedeutung haben A-Teile in der Fertigung?

Lösungsvorschlag von BLH:

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber im Bereich Arbeitsschutz und welche Aufgaben hat der Meister dabei?

Antwort:

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Zu seinen Pflichten gehören:

  • Erstellung und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung

  • Bereitstellung geeigneter PSA

  • Organisation von Unterweisungen

  • sichere Gestaltung von Arbeitsplätzen, Maschinen und Arbeitsmitteln

  • Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit und eines Betriebsarztes

  • Einhaltung aller Vorschriften nach ArbSchG, BetrSichV, DGUV

 

Der Meister setzt diese Pflichten im Alltag um, erkennt Gefährdungen, führt Unterweisungen durch und sorgt dafür, dass Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Wie können die Lagerhaltungskosten im Unternehmen reduziert werden?

Antwort:

Lagerkosten entstehen durch Bestände, Platz und Verwaltung. Reduzieren kann man sie durch:

  • Bestandsoptimierung (Bedarfsanalyse, Meldebestand anpassen)

  • ABC-Analyse zur Priorisierung wichtiger Teile

  • Einsatz von Kanban oder Just-in-Time bei C-Teilen

  • Vermeidung von Überbeständen & veralteten Lagergütern

  • bessere Lieferantenabstimmung (kürzere Lieferzyklen)

  • Layout-Optimierung für kürzere Wege

  • regelmäßige Inventur und Bestandskontrolle

 

Ziel ist ein effizientes Lager mit schnellen Materialflüssen und geringen Kosten.

Was ist die ABC-Analyse und welche Bedeutung haben A-Teile in der Fertigung?

Antwort:

Die ABC-Analyse unterteilt Materialien nach Wertanteil:

  • A-Teile: hoher Wertanteil, geringe Menge

  • B-Teile: mittlerer Wertanteil

  • C-Teile: geringer Wertanteil, hohe Menge

 

A-Teile sind für die Fertigung besonders wichtig, weil:

  • sie hohen finanziellen Einfluss haben

  • Beschaffungsfehler teuer sind

  • eine exakte Planung notwendig ist

  • Qualität und Lieferzuverlässigkeit entscheidend sind

 

Deshalb werden A-Teile eng überwacht, z. B. durch genaue Bedarfsplanung, gute Lieferantenbeziehungen oder Sicherheitsbestände.

IHK Passau MEP HQ Metall Orga

IHK Passau 07.2025

Alles erklären:
Kostenarten (Fixe – Variable)
Break-Even
Deckungsbeitrag
Arbeitssicherheit
Gewerkschaft
Berufsgenossenschaft
Sicherheitsbeauftragte
Sicherheitsfachkraft
Gesundheitsschutz
Maschinenstundensatz
Warnungs- / Gefahren-Piktogramme (auswendig)
Betriebsabrechnungsbogen
Fertigungsarten (im Detail)

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

- Was ist der Break-Even-Point?

- Was bedeutet Deckungsbeitrag und wozu nutzt man ihn?

- Wodurch sichern Sie Arbeitssicherheit im Betrieb?

- Was ist eine Gewerkschaft und welche Aufgaben hat sie?

- Welche Aufgaben hat die Berufsgenossenschaft?

- Welche Aufgaben hat ein Sicherheitsbeauftragter?

- Was macht die Sicherheitsfachkraft?

- Was umfasst Gesundheitsschutz im Betrieb?

- Was ist der Maschinenstundensatz und wofür wird er verwendet?

- Warum sind Warn- und Gefahrenpiktogramme wichtig und welche Kategorien gibt es?

- Wofür wird ein BAB verwendet und wie ist er aufgebaut?

- Welche Fertigungsarten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

Antwort:

Fixe Kosten bleiben unabhängig von der Produktionsmenge konstant.
Beispiele: Miete, Grundgehälter, Abschreibungen, Versicherung.

 

Variable Kosten verändern sich direkt mit der Ausbringungsmenge.
Beispiele: Materialverbrauch, Energie pro Stück, Lohn bei Akkordarbeit.

 

In der Kalkulation wichtig, um Deckungsbeitrag, Break-Even und Preisentscheidungen richtig zu bewerten.

Was ist der Break-Even-Point?

Antwort:

Der Break-Even-Point ist der Punkt, an dem Erlöse = Kosten sind.
Ab dieser Menge wird Gewinn erzielt.

 

Er zeigt, ab welcher Absatzmenge sich ein Produkt wirtschaftlich lohnt und dient als Entscheidungsgrundlage für Preisgestaltung und Produktionsplanung.

Was bedeutet Deckungsbeitrag und wozu nutzt man ihn?

Antwort:

Der Deckungsbeitrag (DB) ist:

DB = Verkaufspreis − variable Kosten

 

Er zeigt, wie viel zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.
Produkte mit hohem DB sind wirtschaftlicher.
Wichtig für Entscheidungen wie:
Eigenfertigung, Preisuntergrenze, Sortimentsanalyse.

Wodurch sichern Sie Arbeitssicherheit im Betrieb?

Antwort:

  • Gefährdungsbeurteilungen

  • regelmäßige Unterweisungen

  • PSA bereitstellen & Nutzung kontrollieren

  • sichere Maschinen & Arbeitsplätze

  • Begehungen mit Sifa und Sicherheitsbeauftragten

  • Unfallanalyse und Maßnahmenplanung

 

Ziel: Unfälle verhindern und Gesundheit schützen.

Was ist eine Gewerkschaft und welche Aufgaben hat sie?

Antwort:

Gewerkschaften vertreten die Interessen der Arbeitnehmer.
Aufgaben:

  • Tarifverhandlungen

  • Rechtsberatung

  • Unterstützung bei Konflikten

  • Förderung von Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Sicherung fairer Löhne & Arbeitszeiten

 

Meister arbeiten neutral, respektieren ihre Rolle und halten den Betriebsfrieden.

Welche Aufgaben hat die Berufsgenossenschaft?

Antwort:

Die BG ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger.
Aufgaben:

  • Prävention & Vorschriften (DGUV-Regeln)

  • Unfall- und Berufskrankheitenversicherung

  • Kostenübernahme bei Arbeitsunfällen

  • Schulungen & Sicherheitsanweisungen

 

Arbeitgeber müssen Unfälle der BG melden und Vorgaben einhalten.

Welche Aufgaben hat ein Sicherheitsbeauftragter?

Antwort:

Der Sicherheitsbeauftragte:

  • achtet im Alltag auf sichere Arbeitsweisen

  • meldet Gefährdungen

  • unterstützt bei Unterweisungen

  • ist Ansprechpartner im Team

  • arbeitet eng mit Meister und Sifa zusammen

 

Er hat keine Weisungsbefugnis, dient aber als Multiplikator für Sicherheit.

Was macht die Sicherheitsfachkraft?

Antwort:

Die SiFa ist eine beratende Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Aufgaben:

  • Gefährdungsbeurteilungen erstellen

  • Sicherheitskonzepte erarbeiten

  • technische Beratung (Maschinen, PSA, Ergonomie)

  • Analyse von Arbeitsunfällen

  • Organisation von Unterweisungen

  • Teilnahme an Begehungen

 

Sie unterstützt Meister und Arbeitgeber bei allen Sicherheitsthemen.

Was umfasst Gesundheitsschutz im Betrieb?

Antwort:

  • ergonomische Arbeitsplätze

  • Lärmschutz, Staub- und Gefahrstoffschutz

  • Pausen- und Belastungsregeln

  • psychische Gesundheit (Arbeitsklima, Stressreduktion)

  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Betriebsarzt

  • geeignete Arbeitsmittel und sichere Prozesse

 

Ziel: Krankheiten und Belastungen reduzieren.

Was ist der Maschinenstundensatz und wofür wird er verwendet?

Antwort:

Der Maschinenstundensatz gibt an, wie viel eine Maschinenstunde kostet, bestehend aus:

  • Abschreibung

  • Energie

  • Wartung & Reparatur

  • Raumkosten

  • Lohnkosten für Bediener

  • kalkulatorische Kosten

 

Er ist wichtig für Kalkulation, Angebotserstellung und Wirtschaftlichkeitsbewertung.

Warum sind Warn- und Gefahrenpiktogramme wichtig und welche Kategorien gibt es?

Antwort:

Sie kennzeichnen Gefahrenstoffe und Risiken und sind verpflichtend nach CLP-Verordnung.

Hauptkategorien:

  • Explosiv

  • Entzündbar

  • Oxidierend

  • Gas unter Druck

  • Ätzend

  • Akut toxisch

  • Gesundheitsschädlich

  • Umweltgefährlich

 

Im Betrieb müssen Mitarbeiter diese Symbole kennen und anwenden können.

Wofür wird ein BAB verwendet und wie ist er aufgebaut?

Antwort:

Der BAB verteilt die Gemeinkosten auf die Kostenstellen.
Aufbau:

  • Kostenarten

  • Kostenstellen

  • Verteilungsschlüssel

  • Berechnung der Gemeinkostenzuschläge

 

Damit werden Produktkosten genau berechnet, z. B. Materialgemeinkostenzuschlag, Fertigungsgemeinkostenzuschlag.

Welche Fertigungsarten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Antwort:

  • Einzelfertigung: Unikate, hohe Flexibilität, lange Zeiten.

  • Serienfertigung: mehrere gleiche Stücke, wiederholbare Abläufe.

  • Sortenfertigung: Produkte mit geringfügigen Abweichungen (z. B. Legierungen).

  • Massenfertigung: voll automatisiert, sehr hohe Stückzahlen, niedrige Stückkosten.

  • Werkstattfertigung: Maschinen gruppiert, flexibel aber lange Wege.

  • Fließfertigung: fester Ablauf, kurze Durchlaufzeiten, hohe Produktivität.

  • Gruppenfertigung/Inselfertigung: Kombination aus Flexibilität und Effizienz.

IHK Regensburg MEP HQ Metall Orga

IHK Regensburg 30.07.2025

In der MEP Orga wurde Fragen zu Orga und Technik gefragt.

Orga Fragen:
Berechnung der selbst Kosten (Schema von der Formel Sammlung aufschreiben) und Beispiele zu den jeweiligen Begriffen nennen.
Wozu wird das gemacht?
STOP Regel erklären mit Beispielen

Technik Fragen:
Elektrische, hydraulische und pneumatische Antriebe:
- vor und Nachteile
- was arbeitet präsziser
- was ist kosten intensiver

STOP Regel erklären mit Beispielen (Arbeitssicherheit, ist eine Vorgehensweise um Maßnahmen zu ergreifen.)

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Wie ist das Schema zur Berechnung der Selbstkosten aufgebaut und wozu dient es?

-Erklären Sie die STOP-Regel und nennen Sie Beispiele aus der Praxis.

-Welche Vor- und Nachteile haben elektrische, hydraulische und pneumatische Antriebe?

-Welcher Antrieb arbeitet präziser und welcher ist kostenintensiver?

Lösungsvorschlag von BLH:

Wie ist das Schema zur Berechnung der Selbstkosten aufgebaut und wozu dient es?

Antwort:

Die Selbstkosten setzen sich aus allen Kosten zusammen, die für die Herstellung eines Produkts anfallen.
Typisches Schema:

Materialeinzelkosten

+ Materialgemeinkosten (MGK)

= Materialkosten

Fertigungseinzelkosten (Löhne)

+ Fertigungsgemeinkosten (FGK)

+ Sondereinzelkosten Fertigung (SEKF)

= Herstellkosten

+ Verwaltungsgemeinkosten (VwGK)

+ Vertriebsgemeinkosten (VtGK)

= Selbstkosten

+ Gewinnzuschlag

= Barverkaufspreis

+ Skonto

+Provision

= Zielverkaufspreis

+ Rabatt

= Listenverkaufspreis (netto)

 

Beispiele:

  • Materialeinzelkosten → Stahl, Bauteile

  • Fertigungseinzelkosten → Lohn für die Bearbeitung

  • Gemeinkosten → Energiekosten, Abschreibung, Verwaltung

 

Zweck:
Selbstkosten zeigen, wie teuer ein Produkt tatsächlich ist, dienen zur Preisfindung, Kalkulation und Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Erklären Sie die STOP-Regel und nennen Sie Beispiele aus der Praxis.

Antwort:

Die STOP-Regel beschreibt die Reihenfolge von Schutzmaßnahmen im Arbeitsschutz:

  1. S – Substitution: Gefahr ersetzen
    → z. B. Gefahrstoff durch ungefährlicheren Stoff ersetzen.

  2. T – Technische Maßnahmen: Maschinen & Anlagen sichern
    → z. B. Schutzhauben, Absaugungen, Not-Aus-Vorrichtungen.

  3. O – Organisatorische Maßnahmen: Abläufe anpassen
    → Schichtwechsel, Zutrittsbeschränkungen, klare Arbeitsanweisungen.

  4. P – Persönliche Schutzausrüstung (PSA):
    → Schutzbrille, Gehörschutz, Handschuhe.

 

Beispiel: Bei Lärmbelastung
→ zuerst Lärmquelle ersetzen (S),
→ dann Maschinenkapselung (T),
→ Lärmbereiche kennzeichnen (O),
→ zuletzt Gehörschutz tragen (P).

Welche Vor- und Nachteile haben elektrische, hydraulische und pneumatische Antriebe?

Elektrische Antriebe

Vorteile:

  • sehr präzise und regelbar

  • energieeffizient

  • sauber, keine Medienverluste

  • geringer Wartungsaufwand

 

Nachteile:

  • nicht optimal für sehr hohe Kräfte

  • empfindlich gegenüber Überlast und Umgebungseinflüssen

 

Einsatz: Positionierantriebe, Robotik, Fördertechnik.

 

Hydraulische Antriebe

Vorteile:

  • sehr hohe Kräfte & große Lasten

  • fein regelbar

  • robust

 

Nachteile:

  • Öl kann auslaufen → Umwelt & Sauberkeit

  • höhere Wartungskosten

  • Temperaturabhängigkeit des Öls

 

Einsatz: Pressen, Bagger, Spritzgussmaschinen.

 

Pneumatische Antriebe

Vorteile:

  • schnell, leicht, günstig

  • unempfindlich gegen Verschmutzung

  • einfache Technik

 

Nachteile:

  • geringe Präzision

  • schlechte Energieeffizienz

  • Druckluft ist kostenintensiv

  • keine konstanten Kräfte möglich

 

Einsatz: Greifer, Schieber, Verpackungsmaschinen.

Welcher Antrieb arbeitet präziser und welcher ist kostenintensiver?

Antwort:

Präzisester Antrieb:
Elektrischer Antrieb
Fein steuerbar, ideal für Positionieraufgaben.

 

Kostenintensivster Antrieb im Betrieb:
Pneumatik
Druckluft ist teuer, da viel Energie verloren geht.

 

Höchster Wartungsaufwand:
Hydraulik, wegen Ölkreislauf, Leckagen, Filtration.

IHK Reutlingen MEP HQ Metall Orga

IHK Reutlingen 09.2024

Thema war:

Fixe und variable Kosten
Break even point berechnen und skizze
Gemeinkosten und Zuschlagsätze
BAB. Verteilung der Kosten.
Dann FMEA.
Was heißt Linien Verfügbarkeit
Sicherheitsmaßnahmen an der Maschine erläutern.
Inspektion, Instandsetzung, vorbeugende Wartung, Reperatur. Was heißt das.

Ich hatte einen sehr scharfen Prüfer, der wollte nichts aus meiner betrieblichen Erfahrung wissen. Nur reines Wissen und Fachbegriffe aus den Büchern.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

-Zeichnen und Erklären Sie den Break-Even-Point.

-Was sind Gemeinkosten und wie werden Zuschlagssätze gebildet?

-Wozu dient der Betriebsabrechnungsbogen und wie werden darin Kosten verteilt?

-Was ist eine FMEA und wie ist sie aufgebaut?

-Was bedeutet Linienverfügbarkeit?

-Welche Sicherheitsmaßnahmen werden an Maschinen eingesetzt?

-Definieren Sie Inspektion, Instandsetzung, vorbeugende Wartung und Reparatur.

Lösungsvorschlag von BLH:

Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?

Antwort:

Fixe Kosten bleiben unabhängig von der Produktionsmenge konstant.
Beispiele: Miete, Abschreibung, Grundgehälter.

 

Variable Kosten ändern sich proportional zur Produktionsmenge.
Beispiele: Materialverbrauch, Fertigungslöhne im Akkord, Energie pro Stück.

 

Sie sind Grundlage für die Deckungsbeitragsrechnung und den Break-Even-Point.

Zeichnen und Erklären Sie den Break-Even-Point.

Antwort:

Eine typische BEP-Grafik:

  • X-Achse: Absatzmenge

  • Y-Achse: Kosten & Erlöse

  • Fixkosten: waagerechte Linie

  • Gesamtkosten: steigende Linie (Fixkosten + variable Kosten)

  • Erlöslinie: steiler steigende Linie

  • Schnittpunkt Erlös/Gesamtkosten = Break-Even-Point

Links vom BEP: Verlustzone
Rechts vom BEP: Gewinnzone

Was sind Gemeinkosten und wie werden Zuschlagssätze gebildet?

Antwort:

Gemeinkosten sind Kosten, die nicht direkt einem Produkt zugeordnet werden können (z. B. Energie, Verwaltung, Wartung).

Zuschlagssätze werden berechnet, um Gemeinkosten auf Kostenträger zu verteilen.
Beispiel:

Zuschlagssatz=Gemeinkosten der KostenstelleEinzelkosten×100\text{Zuschlagssatz} = \frac{\text{Gemeinkosten der Kostenstelle}}{\text{Einzelkosten}} \times 100Zuschlagssatz=EinzelkostenGemeinkosten der Kostenstelle​×100

Sie ermöglichen eine gerechte Kalkulation der Herstellkosten.

Wozu dient der Betriebsabrechnungsbogen und wie werden darin Kosten verteilt?

Antwort:

Der BAB verteilt Gemeinkosten auf Kostenstellen.
Aufbau:

  • Kostenarten

  • Kostenstellen (Fertigung, Verwaltung, Lager…)

  • Verteilungsschlüssel (m², Maschinenstunden, Mitarbeiter…)

  • Berechnung der Gemeinkostenzuschläge

 

Ziel: Transparenz über Kostenverursachung und korrekte Produktkalkulation.

Was ist eine FMEA und wie ist sie aufgebaut?

Antwort:

Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) ist ein präventives Qualitätswerkzeug.

Ablauf:

  1. Funktionen und Prozessschritte betrachten

  2. mögliche Fehler identifizieren

  3. Fehlerursachen bestimmen

  4. Fehlerfolgen analysieren

  5. Bewertung nach Risiko (Auftreten, Bedeutung, Entdeckung)

  6. Maßnahmen zur Risikominimierung festlegen

Ziel: Fehler verhindern, bevor sie auftreten.

Was bedeutet Linienverfügbarkeit?

Antwort:

Die Linienverfügbarkeit beschreibt den Anteil der tatsächlich nutzbaren Produktionszeit an der geplanten Zeit.

Sie berücksichtigt:

  • Störungen

  • Stillstände

  • Rüstzeiten

  • Wartung

  • Materialmangel

Welche Sicherheitsmaßnahmen werden an Maschinen eingesetzt?

Antwort:

  • Schutzhauben und Verkleidungen

  • Zweihandschaltungen

  • Lichtschranken

  • Verriegelungen

  • Not-Halt-Einrichtungen

  • Sicherheitssteuerungen (SPS, Sicherheitsrelais)

  • Schutzzonenkennzeichnung

  • Gefahrstoffabsaugung

  • regelmäßige Prüfungen nach BetrSichV

 

Ziel: technische Risiken minimieren und Bediener schützen.

Definieren Sie Inspektion, Instandsetzung, vorbeugende Wartung und Reparatur.

Antwort:

Inspektion:
Zustandsbewertung einer Anlage (Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Messungen).

 

Vorbeugende Wartung:
Geplante Maßnahmen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit (Schmierung, Reinigung, Tausch von Verschleißteilen).

 

Instandsetzung:
Wiederherstellung der Sollfunktion, nachdem eine Störung erkannt wurde.

 

Reparatur:
Konkrete Beseitigung eines Schadens (defektes Teil ersetzen).

 

Kurz:
Inspektion = prüfen,
Wartung = erhalten,
Instandsetzung = wiederherstellen,
Reparatur = beheben.

IHK Saarland MEP HQ Metall Orga

IHK Saarland 02.2025

Gefragt wurden:
4 Führungsstile + Erklärung
4 Beurteilungsfehler + Erklärung
Diagramm mit Break Even Point, also wo Umsatzerlöse und gesamtkosten sich Treffen
dann Fixkostenlinie einzeichen und Fixkostendegression einzeichnen und erklären.
Kostenarten erklären Fix, Variabel, Deckungsbeitrag.
Wie geh ich mit Mitarbeitern um der sich daneben benimmt und keine einsicht Zeigt, welcher Führungsstil wenn sein verhalten seine Sicherheit gefährdet.
Wie gehe ich in einem Mitarbeiter Gespräch diesbezüglich vor.

Die 3 Prüfer waren sehr Freundlich und wohlwollend und haben auch Tipps gegeben.
Solide bestanden bin mit 42 Punkten rein, habe also 66 gebraucht.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Nennen und erklären Sie vier Führungsstile.

- Nennen und erklären Sie vier Beurteilungsfehler.

- Zeichnen und Erklären Sie den Break-Even-Point.

- Erklären Sie fixe Kosten, variable Kosten und den Deckungsbeitrag.

- Wie gehen Sie mit einem Mitarbeiter um, der Fehlverhalten zeigt und keine Einsicht hat?

- Welchen Führungsstil wenden Sie an, wenn das Verhalten eines Mitarbeiters seine eigene Sicherheit gefährdet?

- Wie gehen Sie im Mitarbeitergespräch bei sicherheitsgefährdendem Verhalten vor?

Lösungsvorschlag von BLH:

Nennen und erklären Sie vier Führungsstile.

Antwort:

1. Autoritärer Führungsstil
Vorgesetzter entscheidet allein, gibt klare Anweisungen, erwartet Befolgung.
Geeignet bei Gefahrensituationen, Zeitdruck, unerfahrenen Teams.

 

2. Kooperativer Führungsstil
Mitarbeiter werden einbezogen, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.
Fördert Motivation und Eigeninitiative.

 

3. Laissez-faire Führungsstil
Vorgesetzter greift wenig ein, Mitarbeiter arbeiten weitgehend selbstorganisiert.
Funktioniert nur bei sehr erfahrenen, eigenständigen Teams.

 

4. Situativer Führungsstil
Führung wird der Situation und dem Reifegrad der Mitarbeiter angepasst.
Gilt als moderner und flexibel.

Nennen und erklären Sie vier Beurteilungsfehler.

Antwort:

  • Halo-Effekt: Ein Merkmal überstrahlt alle anderen (z. B. Pünktlichkeit → Gesamtbild).

  • Primacy / Recency-Effekt: erster oder letzter Eindruck beeinflusst gesamte Bewertung.

  • Sympathiefehler: persönliche Sympathie führt zu besserer Bewertung.

  • Kontrastfehler: Vergleich mit vorherigen Mitarbeitern, statt objektive Bewertung.

 

Beurteilungsfehler verzerren Personalentscheidungen und müssen aktiv vermieden werden.

Zeichnen und Erklären Sie den Break-Even-Point.

Antwort:

Eine typische BEP-Grafik:

  • X-Achse: Absatzmenge

  • Y-Achse: Kosten & Erlöse

  • Fixkosten: waagerechte Linie

  • Gesamtkosten: steigende Linie (Fixkosten + variable Kosten)

  • Erlöslinie: steiler steigende Linie

  • Schnittpunkt Erlös/Gesamtkosten = Break-Even-Point

Links vom BEP: Verlustzone
Rechts vom BEP: Gewinnzone

Erklären Sie fixe Kosten, variable Kosten und den Deckungsbeitrag.

Antwort:

  • Fixkosten: bleiben konstant, unabhängig von der Menge (Miete, Abschreibung).

  • Variable Kosten: ändern sich mit der Menge (Material, Akkordlöhne).

Deckungsbeitrag (DB):

 

DB = Verkaufspreis − variableKosten

Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten und zum späteren Gewinn beiträgt.

Wie gehen Sie mit einem Mitarbeiter um, der Fehlverhalten zeigt und keine Einsicht hat?

Antwort:

  • sachliches, ruhiges Gespräch führen

  • Verhalten klar benennen → nicht die Person bewerten

  • Auswirkungen auf Team, Qualität und Sicherheit erklären

  • klare Erwartung formulieren

  • Lösungswege gemeinsam besprechen

  • Vereinbarungen schriftlich festhalten

  • bei weiterer Uneinsichtigkeit: Eskalation gemäß Betriebsordnung (z. B. Abmahnung)

 

Ziel ist Verhaltensänderung durch Klarheit und Konsequenz.

Welchen Führungsstil wenden Sie an, wenn das Verhalten eines Mitarbeiters seine eigene Sicherheit gefährdet?

Antwort:

Autoritärer Führungsstil

 

Begründung:
Bei Gefahr muss sofort gehandelt werden.
Es besteht keine Zeit für Diskussionen oder Beteiligung.
Sicherheitsregeln sind verbindlich – nicht verhandelbar.

Wie gehen Sie im Mitarbeitergespräch bei sicherheitsgefährdendem Verhalten vor?

Antwort:

  • Vorbereitung: Fakten sammeln, klare Beispiele

  • Gespräch im geschützten Rahmen

  • Fehlverhalten beschreiben, ohne Vorwurfssprache

  • Erläutern, warum es sicherheitskritisch ist → STOP-Regel, BetrSichV

  • Mitarbeiter anhören

  • klare Anweisungen und Erwartungen formulieren

  • Maßnahmen vereinbaren (z. B. Nachunterweisung)

  • Nachverfolgung festlegen

  • Hinweis auf mögliche Folgen bei Wiederholung

Ziel: Einsicht fördern, Sicherheit herstellen, Wiederholung vermeiden.

IHK Schwaben MEP HQ Metall Orga

IHK Schwaben 08.2025

Themen waren unter anderem:
BAB erklären: “Sie haben 100.000€ Fertigungskosten.. was sind das für kosten und was sagen die aus?”
​Was sind KPIs und was für welche gibt es?
Wie kann ich als Meister diese beeinflussen?
​Ein Kunde Liefert seit einiger Zeit schlechte teile. Wie und was mache ich als Meister.
Hier wollten sie hören das man einen Audit machen könnte, nachweiße verlangt und am Ende wollten Sie auf die Maschinenfähigkeit hinaus.
Fertigungsauftrag erklären und alles nennen was dieser beinhaltet.

Die Prüfer waren nett.
bin mit 42 Punkten rein. Hab also 66 gebraucht.
Bestanden.. aber weiß nicht mit wie viel punkten :D

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Was sind Fertigungskosten im BAB und was sagen 100.000 € Fertigungskosten aus?

- Was sind KPIs und welche Kennzahlen werden in der Produktion häufig genutzt?

- Wie kann ein Meister typische Produktions-KPIs positiv beeinflussen?

- Ein Kunde liefert seit einiger Zeit schlechte Teile. Wie gehen Sie vor?

- Was bedeutet Maschinenfähigkeit und warum ist sie wichtig?

- Was ist ein Fertigungsauftrag und welche Informationen enthält er?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was sind Fertigungskosten im BAB und was sagen 100.000 € Fertigungskosten aus?

Antwort:

Fertigungskosten sind alle Kosten, die in der Fertigungskostenstelle anfallen.

 

Sie setzen sich aus folgenden Gemeinkosten und Einzelkosten zusammen:

  • Fertigungslöhne

  • Energiekosten der Maschinen

  • Wartung & Reparatur

  • Abschreibungen

  • Raumkosten

  • Hilfs- und Betriebsstoffe (z. B. Kühlschmierstoffe)

 

Wenn im BAB 100.000 € Fertigungskosten stehen, bedeutet das:

  • So viel kostet die Bereitstellung der gesamten Fertigungskapazität in einem Zeitraum.

  • Diese Kosten werden über Gemeinkostenzuschläge auf Produkte verteilt, um die Herstellkosten korrekt zu berechnen.

Was sind KPIs und welche Kennzahlen werden in der Produktion häufig genutzt?

Antwort:

KPIs (Key Performance Indicators) sind Leistungskennzahlen, die den Zustand von Prozessen, Anlagen oder Teams messbar machen.

 

Typische Produktions-KPIs:

  • OEE (Overall Equipment Effectiveness)

  • Ausschussquote

  • Durchlaufzeit

  • Produktivität pro Mitarbeiter / Maschine

  • Rüstzeit

  • Liefertermintreue (On-Time Delivery)

  • Stillstandszeiten

  • Nacharbeitsquote

 

Sie dienen der Steuerung, dem Vergleich und der kontinuierlichen Verbesserung.

Wie kann ein Meister typische Produktions-KPIs positiv beeinflussen?

Antwort:

Ein Meister kann Kennzahlen verbessern durch:

  • Schulung der Mitarbeiter → weniger Ausschuss, weniger Fehler

  • Optimierung der Rüstzeiten (z. B. SMED)

  • Bessere Planung → weniger Stillstand

  • Überwachung der Maschinenzustände → frühzeitige Wartung

  • Saubere Arbeitsanweisungen & Standards

  • Qualitätsprüfungen einführen oder verbessern

  • Materialfluss optimieren

  • Kommunikation im Team verbessern

  • Unterstützung bei Problemlösungen (Ishikawa, 5-Why)

 

KPIs verbessern sich, wenn die Prozesse stabil, sicher und standardisiert sind.

Ein Kunde liefert seit einiger Zeit schlechte Teile. Wie gehen Sie vor?

Antwort:

  1. Wareneingangsprüfung intensivieren

  2. Reklamation einleiten – Fehler dokumentieren, Musterteile sichern

  3. Nachweise anfordern:

    • Prüfprotokolle

    • Materialzertifikate

    • Maschinenfähigkeitsnachweise (Cm, Cmk)

  4. Lieferantenaudit durchführen:

    • Prozesse bewerten

    • Ursachenanalyse (FMEA, Ishikawa)

  5. Korrekturmaßnahmen vereinbaren

  6. Ergebniskontrolle bei den nächsten Lieferungen

  7. Lieferant bei Bedarf umqualifizieren oder ersetzen

 

So zeigt der Meister ein qualitätsorientiertes, strukturiertes Vorgehen.

Was bedeutet Maschinenfähigkeit und warum ist sie wichtig?

Antwort:

Maschinenfähigkeit beschreibt, ob eine Maschine fähig ist, innerhalb enger Toleranzen ein Maß stabil und wiederholbar herzustellen.

 

Kennzahlen:

  • Cm – Maschinenfähigkeitskennwert

  • Cmk – Maschinenfähigkeitsindex inklusive Lagebezug

 

Eine Maschine ist fähig, wenn Cm und Cmk ≥ 1,67 (typischer Richtwert).

 

Wichtig für:

  • stabile Prozesse

  • geringe Streuung

  • weniger Ausschuss

  • verlässliche Serienproduktion

Was ist ein Fertigungsauftrag und welche Informationen enthält er?

Antwort:

Ein Fertigungsauftrag ist ein Dokument, das alle Informationen enthält, die zur Herstellung eines Produkts benötigt werden.

Typische Inhalte:

  • Auftragsnummer

  • Artikelnummer / Zeichnungsnummer

  • Stückzahl

  • Fertigungstermine

  • Arbeitsplan (Reihenfolge der Bearbeitungsschritte)

  • Maschinen & Werkzeuge

  • Rüst- und Stückzeiten

  • Materialbereitstellung

  • Qualitätsmerkmale und Prüfpläne

  • Verantwortlichkeiten

  • Rückmeldefelder (Istzeiten, Ausschuss)

Der Fertigungsauftrag ermöglicht die Steuerung, Rückverfolgung und Dokumentation der Fertigung.

IHK Schwaben 01.2026
Umweltschutz + Umweltprinzipien
Normenreihe, 4 Gesetze nennen (Wasser)
BAB erklären
Ergonomie am Arbeitsplatz
Betr. Gesundheitsförderung
Was sind Fehlzeiten, was kann man dagegen tun?
Schraube z. B. 10.9 erklären und berechnen
Spannungs-Dehnungsdiagramm aufzeichnen, Re/Rm
Rechtsformen von Gesellschaften
Berufsgenossenschaft

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

-Was bedeutet Umweltschutz im Betrieb und welche Umweltprinzipien gibt es?

-Welche Normenreihe ist im Umweltmanagement wichtig und welche Gesetze oder Vorschriften kann man zum Thema Wasser nennen?

-Was ist ein BAB, wofür braucht man ihn und wie funktioniert er grundsätzlich?

-Was sind Hauptkostenstellen und Nebenkostenstellen im BAB?

-Was bedeutet Ergonomie am Arbeitsplatz, welche Beispiele gibt es und warum ist Ergonomie wichtig?

-Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung und worin liegt der Unterschied zum Arbeitsschutz?

-Was bedeutet die Schraubenbezeichnung 10.9 und wie berechnet man Zugfestigkeit und Streckgrenze?

-Was zeigt ein Spannungs-Dehnungsdiagramm und was bedeutet Re?

-Welche Rechtsformen von Gesellschaften gibt es und was ist der Unterschied zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften?

-Was bedeuten GbR, OHG, KG, GmbH, UG und AG?

-Was ist eine Berufsgenossenschaft, welche Aufgaben hat sie und wer bezahlt sie?

Lösungsvorschlag von BLH:

Was bedeutet Umweltschutz im Betrieb und welche Umweltprinzipien gibt es?

Antwort:
Umweltschutz im Betrieb bedeutet, dass Luft, Wasser, Boden, Rohstoffe und Energie geschont werden. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten.

Beispiele für Umweltschutz im Betrieb sind:

  • Abfälle trennen

  • Energie sparen

  • Wasser sparen

  • Gefahrstoffe sicher lagern

  • Öl und Chemikalien nicht austreten lassen

  • Emissionen verringern

  • Material sparsam einsetzen

  • Recycling nutzen

 

Wichtige Umweltprinzipien sind:

Vorsorgeprinzip
Umweltschäden sollen verhindert werden, bevor sie entstehen.

Verursacherprinzip
Wer einen Umweltschaden verursacht, soll auch die Kosten dafür tragen.

Kooperationsprinzip
Staat, Unternehmen, Mitarbeiter und Gesellschaft sollen beim Umweltschutz zusammenarbeiten.

Nachhaltigkeitsprinzip
Rohstoffe und Energie sollen so genutzt werden, dass auch zukünftige Generationen noch davon profitieren können.


Welche Normenreihe ist im Umweltmanagement wichtig und welche Gesetze oder Vorschriften kann man zum Thema Wasser nennen?

Antwort:
Im Umweltmanagement ist besonders die Normenreihe ISO 14000 wichtig. Die bekannteste Norm daraus ist ISO 14001. Sie beschreibt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem.

Zum Thema Wasser kann man zum Beispiel nennen:

  • Wasserhaushaltsgesetz WHG

  • AwSV

  • Abwasserverordnung

  • Trinkwasserverordnung

Das Wasserhaushaltsgesetz regelt den Schutz und die Nutzung von Gewässern. Ziel ist, Wasser als Lebensgrundlage zu schützen und schädliche Veränderungen von Gewässern zu vermeiden.

Die AwSV regelt den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen. Dazu gehören zum Beispiel Heizöl, Hydrauliköl, Kraftstoffe, Säuren, Laugen oder bestimmte Chemikalien. Ziel ist, zu verhindern, dass solche Stoffe in Boden oder Gewässer gelangen.


Was ist ein BAB, wofür braucht man ihn und wie funktioniert er grundsätzlich?

Antwort:
BAB bedeutet Betriebsabrechnungsbogen. Er ist ein Hilfsmittel der Kostenrechnung. Mit dem BAB werden Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt.

Man braucht den BAB, um zu erkennen, wo im Betrieb Kosten entstehen. Außerdem werden mit dem BAB Zuschlagssätze berechnet, die später für die Kalkulation verwendet werden.

Der grundsätzliche Ablauf ist:

1. Gemeinkosten erfassen
Zum Beispiel Miete, Energie, Gehälter, Abschreibungen, Instandhaltung.

2. Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilen
Zum Beispiel Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb.

3. Nebenkostenstellen auf Hauptkostenstellen umlegen
Zum Beispiel Energieversorgung, Instandhaltung oder Werkzeugausgabe.

4. Zuschlagssätze berechnen
Diese Zuschlagssätze werden für die Kalkulation verwendet.


Was sind Hauptkostenstellen und Nebenkostenstellen im BAB?

Antwort:
Hauptkostenstellen sind Kostenstellen, die direkt für die Kalkulation wichtig sind.

Typische Hauptkostenstellen sind:

  • Material

  • Fertigung

  • Verwaltung

  • Vertrieb

Nebenkostenstellen unterstützen andere Kostenstellen, werden aber nicht direkt als Hauptbereich in der Kalkulation verwendet.

Beispiele für Nebenkostenstellen sind:

  • Instandhaltung

  • Energieversorgung

  • Werkzeugausgabe

  • Fuhrpark

  • Kantine

  • Lager

Der Unterschied ist:
Hauptkostenstellen werden direkt zur Berechnung der Zuschlagssätze genutzt. Nebenkostenstellen werden zuerst auf die Hauptkostenstellen umgelegt.


Was bedeutet Ergonomie am Arbeitsplatz, welche Beispiele gibt es und warum ist Ergonomie wichtig?

Antwort:
Ergonomie bedeutet, dass der Arbeitsplatz an den Menschen angepasst wird. Ziel ist, körperliche Belastungen zu verringern und gesundes Arbeiten zu ermöglichen.

Beispiele für ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind:

  • höhenverstellbare Arbeitstische

  • ergonomische Stühle

  • richtige Arbeitshöhe

  • gute Beleuchtung

  • kurze Greifwege

  • Hebehilfen

  • drehbare Vorrichtungen

  • ausreichend Bewegungsfläche

  • Bildschirm richtig einstellen

  • schwere Lasten vermeiden oder Hilfsmittel nutzen

 

Ergonomie ist wichtig, weil sie Rückenbeschwerden, Muskelbelastungen, Ermüdung und Fehlhaltungen reduzieren kann. Dadurch sinken Fehlzeiten, die Arbeitsqualität steigt und Mitarbeiter bleiben leistungsfähiger.


Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung und worin liegt der Unterschied zum Arbeitsschutz?

Antwort:
Betriebliche Gesundheitsförderung bedeutet, dass ein Unternehmen Maßnahmen anbietet, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Sie geht über den reinen Arbeitsschutz hinaus.

Beispiele sind:

  • Rückenschule

  • Bewegungsangebote

  • Ernährungsberatung

  • Stressbewältigung

  • Suchtprävention

  • Gesundheitstage

  • ergonomische Beratung

  • Sportangebote

 

Der Unterschied ist:

Arbeitsschutz ist gesetzlich vorgeschrieben und soll Gefahren bei der Arbeit vermeiden.

Betriebliche Gesundheitsförderung ist eine zusätzliche Maßnahme, um Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit zu fördern.

Betriebliche Gesundheitsförderung ist sinnvoll, weil gesunde Mitarbeiter weniger Fehlzeiten haben, leistungsfähiger sind und sich stärker mit dem Unternehmen verbunden fühlen können.


Was bedeutet die Schraubenbezeichnung 10.9 und wie berechnet man Zugfestigkeit und Streckgrenze?

Antwort:
Die Bezeichnung 10.9 ist die Festigkeitsklasse einer Schraube.

Die erste Zahl wird mit 100 multipliziert ergibt die Zugfestigkeit:

Rm = 10 · 100 = 1000 N/mm²

Die Zugfestigkeit beträgt also 1000 N/mm².

Die erste Zahl mit der zweiten Zahl und mit 10 multipliziert ergibt die Streckgrenze:

Re = 10 x 9 x 10 = 900 N/mm²

Die Streckgrenze beträgt also 900 N/mm².


Was zeigt ein Spannungs-Dehnungsdiagramm und was bedeutet Re?

Antwort:
Ein Spannungs-Dehnungsdiagramm zeigt, wie sich ein Werkstoff bei Zugbelastung verhält. Auf der senkrechten Achse steht die Spannung, auf der waagerechten Achse steht die Dehnung.

Man erkennt daran zum Beispiel:

  • elastischen Bereich

  • plastischen Bereich

  • Streckgrenze

  • Zugfestigkeit

  • Bruchbereich

 

Re bedeutet Streckgrenze. Sie gibt an, ab welcher Spannung der Werkstoff beginnt, sich dauerhaft plastisch zu verformen.

Unterhalb der Streckgrenze verformt sich der Werkstoff elastisch. Das bedeutet: Wenn die Belastung weggenommen wird, geht der Werkstoff wieder in seine ursprüngliche Form zurück.

Oberhalb der Streckgrenze bleibt eine dauerhafte Verformung zurück.


Welche Rechtsformen von Gesellschaften gibt es und was ist der Unterschied zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften?

Antwort:
Gesellschaften kann man grob in Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften einteilen.

Personengesellschaften sind stärker mit den beteiligten Personen verbunden. Häufig spielt die persönliche Mitarbeit und persönliche Haftung eine große Rolle.

Beispiele:

  • GbR

  • OHG

  • KG

 

Kapitalgesellschaften sind rechtlich stärker vom Gesellschafter getrennt. Im Mittelpunkt steht das Kapital der Gesellschaft. Die Haftung ist meistens auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

Beispiele:

  • GmbH

  • UG

  • AG

 

Der wichtigste Unterschied ist:
Bei Personengesellschaften haften Gesellschafter oft persönlich. Bei Kapitalgesellschaften haftet grundsätzlich die Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen.


Was bedeuten GbR, OHG, KG, GmbH, UG und AG?

Antwort:
GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Eine einfache Personengesellschaft. Sie entsteht, wenn sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen. Die Gesellschafter haften grundsätzlich persönlich.

OHG – Offene Handelsgesellschaft
Eine Personengesellschaft für den Betrieb eines Handelsgewerbes. Alle Gesellschafter haften grundsätzlich persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch.

KG – Kommanditgesellschaft
Eine Personengesellschaft mit zwei Arten von Gesellschaftern. Der Komplementär haftet persönlich und führt meist die Geschäfte. Der Kommanditist haftet nur bis zur Höhe seiner Einlage und ist eher Kapitalgeber.

GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eine Kapitalgesellschaft. Die Haftung ist grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Sie benötigt ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro.

UG – Unternehmergesellschaft
Eine Sonderform der GmbH. Sie kann bereits mit geringem Stammkapital gegründet werden. Sie wird oft als kleine GmbH bezeichnet und muss Rücklagen bilden, bis genügend Kapital vorhanden ist.

AG – Aktiengesellschaft
Eine Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien aufgeteilt ist. Sie eignet sich besonders für größere Unternehmen und kann Kapital über Aktionäre aufnehmen.


Was ist eine Berufsgenossenschaft, welche Aufgaben hat sie und wer bezahlt sie?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaft ist der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und Beschäftigte. Sie ist zuständig für Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten.

Aufgaben der Berufsgenossenschaft sind:

Prävention
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten verhindern.

Beratung
Unternehmen beim Arbeitsschutz unterstützen.

Überwachung
Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften kontrollieren.

Rehabilitation
Verletzte oder erkrankte Beschäftigte wiederherstellen und unterstützen.

Entschädigung
Zum Beispiel Verletztengeld, Renten oder Leistungen bei Berufskrankheiten.

Untersuchung von Arbeitsunfällen
Ursachen klären und Maßnahmen ableiten.

Prävention bedeutet, dass Unfälle und Erkrankungen möglichst verhindert werden, bevor sie entstehen. Dazu gehören Vorschriften, Unterweisungen, Schulungen, Beratung, Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen.

Die Berufsgenossenschaft wird vom Arbeitgeber bezahlt. Arbeitnehmer zahlen keine eigenen Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung.

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IHK Würzburg-Schweinfurt 02.2025

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Folgende Themen wurden abgefragt:
-Gemeinkosten und Einzelkosten erklären
-Breake-Even erklären
-Welche Lohnarten es gibt und welche Voraussetzungen für Akkordlohn erfüllt sein müssen
-KVP mit PDCA erläutern
-Was macht die BG und ab wann ein Arbeitsunfall meldepflichtig ist.
-Was nach einem Arbeitsunfall noch zu tun ist.
-Wegeunfall ja/nein mit Beispiel
-Warum werden Maschinen abgeschrieben und die Formel für den lineare Abschreibungsbetrag
Da waren noch zwei Fragen, daran kann ich mich nicht mehr ganz erinnern. Die Prüfer waren sehr freundlich und wohlwollend.

Mögliche Prüfungsfragen erstellt von BLH:

- Erklären Sie den Unterschied zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten.

- Zeichen / Erklären Sie den Break-Even-Point und seine Bedeutung.

- Welche Lohnarten gibt es und welche Voraussetzungen müssen für Akkordlohn erfüllt sein?

- Erklären Sie KVP und den PDCA-Zyklus.

- Was macht die Berufsgenossenschaft (BG) und ab wann ist ein Arbeitsunfall meldepflichtig?

- Welche Schritte sind nach einem Arbeitsunfall durchzuführen?

- Was ist ein Wegeunfall? Nennen Sie ein Beispiel.

- Warum werden Maschinen abgeschrieben und wie berechnet man die lineare Abschreibung?

Lösungsvorschlag von BLH:

Erklären Sie den Unterschied zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten.

Antwort:

Einzelkosten können einem Produkt direkt und eindeutig zugeordnet werden, z. B. Materialeinzelkosten oder Fertigungslöhne.

 

Gemeinkosten sind Kosten, die nur indirekt über Schlüssel verteilt werden können, z. B. Energie, Instandhaltung oder Verwaltungskosten.

 

Kurz:
Einzelkosten → direkt zurechenbar
Gemeinkosten → werden über Zuschlagssätze verteilt

Zeichen / Erklären Sie den Break-Even-Point und seine Bedeutung.

Antwort:

Der Break-Even-Punkt ist die Menge oder der Umsatz, bei dem Gewinn = 0 ist.
Dort decken die Erlöse genau die Fixkosten und variablen Kosten.

 

Eine typische BEP-Grafik:

  • X-Achse: Absatzmenge

  • Y-Achse: Kosten & Erlöse

  • Fixkosten: waagerechte Linie

  • Gesamtkosten: steigende Linie (Fixkosten + variable Kosten)

  • Erlöslinie: steiler steigende Linie

  • Schnittpunkt Erlös/Gesamtkosten = Break-Even-Point

 

Links vom BEP: Verlustzone
Rechts vom BEP: Gewinnzone

Bedeutung:
Das Unternehmen weiß, ab welchem Absatz Gewinn entsteht und kann Entscheidungen über Preise, Produktionsmengen oder Kostensenkungen treffen.

Welche Lohnarten gibt es und welche Voraussetzungen müssen für Akkordlohn erfüllt sein?

Antwort:

Lohnarten:

  • Zeitlohn

  • Akkordlohn (Geldakkord, Zeitakkord)

  • Prämienlohn

  • Gruppenakkord

  • Provisionslohn

 

Voraussetzungen für Akkordlohn:

  • Messbare, wiederholbare Arbeitsleistung

  • Klare Vorgabezeiten

  • Beeinflussbarkeit der Leistung durch den Mitarbeiter

  • Keine sicherheitskritischen Tätigkeiten

  • Geeignete Arbeitsbedingungen

 

Akkordlohn soll Leistungsanreize geben, darf aber nicht zu unsicheren Arbeitsweisen führen.

Erklären Sie KVP und den PDCA-Zyklus.

Antwort:

KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) ist ein dauerhaftes, strukturiertes Verfahren, um Prozesse durch kleine Schritte stetig zu verbessern.

 

Der PDCA-Zyklus besteht aus:

  • P – Plan: Problem analysieren, Maßnahmen planen

  • D – Do: Maßnahmen umsetzen

  • C – Check: Ergebnisse überprüfen

  • A – Act: Standard ableiten und dauerhaft einführen

 

KVP ist ein wesentlicher Bestandteil von Lean Management und Qualitätsmanagement.

Was macht die Berufsgenossenschaft (BG) und ab wann ist ein Arbeitsunfall meldepflichtig?

Antwort:

Die BG ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.

 

Ihre Aufgaben:

  • Prävention, Schulungen, Vorschriften

  • Erste-Hilfe-Organisation

  • Prüfung von Unfällen

  • Rehabilitation und Kostenübernahme

 

Meldepflicht:
Ein Unfall ist meldepflichtig, wenn der Mitarbeiter mehr als 3 Kalendertage arbeitsunfähig ist.

Welche Schritte sind nach einem Arbeitsunfall durchzuführen?

Antwort:

  1. Erste Hilfe leisten

  2. Unfallstelle sichern

  3. Dokumentation (Unfallanzeige, Verbandbuch)

  4. Meldung an BG (wenn > 3 Tage Ausfall)

  5. Unfallanalyse durchführen

  6. Maßnahmen festlegen, um Wiederholung zu vermeiden

  7. Unterweisung des Teams, falls erforderlich

 

Ziel: Ursachen beseitigen, Sicherheit verbessern.

Was ist ein Wegeunfall? Nennen Sie ein Beispiel.

Antwort:

Ein Wegeunfall ist ein Unfall auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.

Beispiel Wegeunfall:
Ein Mitarbeiter stürzt auf dem direkten Weg zur Arbeit auf glatter Straße.

 

Kein Wegeunfall:
Privater Abstecher zum Einkaufen → Versicherungsschutz unterbrochen.

Warum werden Maschinen abgeschrieben und wie berechnet man die lineare Abschreibung?

Antwort:

Maschinen werden abgeschrieben, um:

  • Wertverzehr abzubilden

  • Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer zu verteilen

  • richtige Kostenrechnung zu ermöglichen

Lineare Abschreibung:

lineare Abschreibung = (Widerbeschaffungswert - Restwert) / Nutzungsdauer

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Lösungsvorschlag von BLH:
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